Vom Hus­ten und Sum­men

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR -

KUNSTUNI/RECREATION

Ein Orches­ter­kon­zert mit ge­lun­ge­ner Mu­sik­ver­mitt­lung. Das Mot­to „Sie hus­ten, wir spie­len“ver­sprach schon Un­kon­ven­tio­nel­les im Ste­fa­ni­en­saal. Stu­die­ren­de der Kunstuni Graz zeig­ten in ei­nem Orches­ter­kon­zert mit recreation, was sie im Lehr­gang Mu­sik­ver­mitt­lung bei Ul­la Pilz und Wolf­gang Hat­tin­ger ge­lernt hat­ten.

In ei­ner fin­gier­ten Pro­ben­si­tua­ti­on er­fuhr man, dass Gi­a­c­in­to Scel­si in „Quat­tro pez­zi per orches­tra“(1959) über ei­nen Ton me­di­tier­te und An­klän­ge an ti­be­ti­sche Tem­pel­or­ches­ter such­te. Be­wuss­te­res Hö­ren wur­de tat­säch­lich ge­för­dert, und so­gar das vom Pu­bli­kum meist ge­hass­te In­ter­ak­ti­ve war als Mi­t­sum­men sehr ver­gnüg­lich. In „Pri­ma­ve­ra Por­te­ña“von As­tor Piaz­zol­la über­zeug­te Kon­zert­meis­ter Ha­rald Mar­tin Winkler als So­list; das Orches­ter zeig­te Kon­zen­tra­ti­on, Tem­pe­ra­ment und die für den Tan­go­kö­nig ty­pi­sche Me­lan­cho­lie.

Ob Ba­rock­mu­sik fad ist und Orches­ter ei­gent­lich Di­ri­gen­ten brau­chen, wur­de an­hand von Fran­ces­co Ma­ria Ver­a­ci­nis Ou­ver­tü­re zur Orches­ter­sui­te Nr. 1 hin­ter­fragt. Mit wohl­do­sier­ter Kraft und Trans­pa­renz ge­stal­te­te Hat­tin­ger da­nach die „emo­tio­na­len Ent­la­dun­gen“im 1. Satz von Beet­ho­vens 5. Sym­pho­nie. Und bei der Film­mu­sik zu „Schind­lers Lis­te“durf­ten gar zwei Zu­hö­rer di­ri­gie­ren.

Eva Schulz

Wolf­gang Hat­tin­ger, Di­ri­gent und Mu­sik­ver­mitt­ler WEN­ZEL/KUG, HF

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