Das neue Re­gie­rungs­pa­ket dürf­te schon heu­te fer­tig wer­den

Vor­pre­schen von In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang So­bot­ka (ÖVP) sorg­te kurz für Ir­ri­ta­tio­nen. Das Pa­ket war am Sams­tag­abend aber be­reits auf der Ziel­ge­ra­den.

Kleine Zeitung Steiermark - - POLITIK - Andre­as Schie­der

KO­ALI­TI­ON

Der Ers­te, der schon St­un­den vor dem ei­gent­li­chen Ar­beits­tref­fen am vier­ten Ver­hand­lungs­tag der Ko­ali­ti­on für Schlag­zei­len und Grant im Kanz­ler­amt sorg­te, war In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang So­bot­ka. Nicht nur, dass er die Ei­ni­gung beim Si­cher­heits­pa­ket am Vor­mit­tag ver­kün­de­te und De­tails aus­plau­der­te, ob­wohl al­le Ver­hand­lungs­part­ner seit Mitt­woch zu In­hal­ten ei­sern schwei­gen; er setz­te auch noch ei­nen be­son­de­ren Kon­tra­punkt mit sei­ner Er­klä­rung, er wol­le nur sein Ka­pi­tel des neu ver­han­del­ten Re­gie­rungs­pa­kets un­ter­schrei­ben.

„Ich set­ze mei­ne Un­ter­schrift un­ter mein Ka­pi­tel, un­ter sonst nichts“, ließ er dem Ko­ali­ti­ons­part­ner über die APA aus­rich­ten. Ein kla­rer Wi­der­spruch zur von Bun­des­kanz­ler Chris­ti­an Kern (SPÖ) aus­ge­ge­be­nen For­de­rung, sämt­li­che Ver­hand­ler müss­ten den Pakt schrift­lich ab­seg­nen, um ihn nicht auf­rei­ßen zu kön­nen.

Aber ge­nau­so, wie das ver­meint­li­che „Ul­ti­ma­tum“des Kanz­lers Frei­tag oh­ne Spren­gung der Re­gie­rung ver­stri­chen war, so we­nig dürf­te So­bot­kas Al­lein­gang noch ein spä­tes Zu­sam­men­rau­fen der Re­gie­rung Rot-schwarz ver­hin­dern. Spö-klub­ob­mann Andre­as Schie­der ließ am Sams­tags­abend zwi­schen den üb­li­chen For­meln – „wir müs­sen ech­te Er­geb­nis­se, nicht Über­schrif­ten pro­du­zie­ren“– wohl ein paar Sei­ten­hie­be ge­gen So­bot­ka los, mach­te da­bei aber ei­nen so ent­spann­ten Ein­druck, als wol­le er gleich wei­ßen Rauch auf­stei­gen las­sen. Sie­ben Uhr am Abend war es da al­ler­dings erst, tat­säch­lich rauch­ten die Köp­fe bis nach Mit­ter­nacht. Von Frei­tag auf Sams­tag hat­te Fi­nanz­mi­nis­ter Hans Jörg Schel­ling mit sei­nem Stab be­reits die Nacht durch­ge­ar­bei­tet. Sei­ner For­de­rung, al­le Maß­nah­men ge­gen­zu­fi­nan­zie­ren und kei­nes­falls an der Steu­er­schrau­be zu dre­hen, wur­de Sams­tag­abend ent­spro­chen. „An sich rich­tig“sei es auch, den Fi­nanz­aus­gleich un­an­ge­tas­tet zu las­sen, be­stä­tig­te Schie­der. „Es muss zwar nicht je­der ein­zel­ne Punkt, aber in Sum­me das Ge­samt­pa­ket ge­gen­fi­nan­ziert sein“, be­stä­tig­te der Spö-klub­ob­mann. Das wer­de ge­lin­gen, in­dem „man den Ar­beits­markt sti­mu­liert“. „Mehr Leu­te in Be­schäf­ti­gung zu brin­gen, der Wirt­schaft zu mehr Auf­trä­gen zu ver­hel­fen, zu hö­he­ren Pro­fi­ten, das ist gut für das Bud­get und da­mit gut für Ös­ter­reich.“

Vi­ze­kanz­ler und Wirt­schafts­mi­nis­ter Rein­hold Mit­ter­leh­ner hat­te sich vor Be­ginn des vier­ten Ver­hand­lungs­ma­ra­thons zwar nicht zu In­hal­ten ge­äu­ßert, sich aber op­ti­mis­tisch ge­zeigt, dass die Ver­hand­lun­gen noch am heu­ti­gen Sonn­tag und nicht erst am Mon­tag zum Ab­schluss kom­men. Sonst bie­te das wei­ter „An­lass zu In­ter­pre­ta­tio­nen und For­de­run­gen, und es rückt je­den Tag je­mand an­de­rer aus, um ir­gend­ei­nen Bei­trag ab­zu­ge­ben“, so Mit­ter­leh­ner.

So­bot­kas Vor­pre­schen schwäch­te der ÖVP-CHEF ab, das Ge­samt­pa­ket zäh­le. Tat­säch­lich dürf­te sich So­bot­ka mit Aus­nah­me der For­de­rung nach Hal­bie­rung der „Ober­gren­ze“für Asyl­ver­fah­ren durch­ge­setzt ha­ben. Dem­nach kom­men mas­siv ver­schärf­te Grenz­kon­trol­len, mehr Vi­deo­über­wa­chung und ein Pro­gramm für frei­wil­li­ge Rück­keh­rer. Clau­dia Haa­se

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