Tra­gi­ko­mik mit Ta­ga­da

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR -

ZUM FILM

„Wil­de Maus“: zärt­li­che Sa­ti­re auf den Mit­tel­stand.

Er liebt den Ver­riss. Und sei­ne Le­se­rin­nen und Le­ser lie­ben ihn da­für: Ge­org, 50, an­ge­se­he­ner Mu­sik­kri­ti­ker ei­ner Ta­ges­zei­tung. Als er ge­kün­digt wird, be­schließt er, sich an sei­nem Chef (Jörg Hart­mann) zu rä­chen. Sei­ner auf den Ei­sprung fi­xier­ten Frau (Pia Hier­zeg­ger) ver­heim­licht er den Raus­schmiss. Ei­ne tra­gi­ko­mi­sche Tal­fahrt be­ginnt.

„Wil­de Maus“ist das Re­gie­de­büt von Jo­sef Ha­der – mit ihm in der Haupt­rol­le des ge­fal­le­nen Kri­ti­kers. Klug se­ziert er dar­in die Ge­gen­wart – Mit­tel­stands­wehweh­chen, Nar­ziss­mus­wahn un­ter Me­dien­leu­ten oder Wohl­stands­ver­lie­rer­tum. Den Ei­gen­bröt­ler, den er mimt, möch­te man in der ei­nen Se­kun­de an­schrei­en und in der nächs­ten in den Arm neh­men. „Seit ich auf der Welt bin, sind an­de­re Men­schen wie Au­ßer­ir­di­sche für mich“, sagt Ge­org ein­mal. Das än­dert sich, als er auf den al­ten Schul­freund trifft (ei­ne Klas­se für sich: Ge­org Fried­rich), sie stei­gen im Wie­ner Pra­ter ins Ta­g­ada­ge­schäft ein, freun­den sich an. Die Dia­lo­ge er­in­nern an den jun­gen Woo­dy Al­len, die Äs­t­he­tik mit­un­ter an Aki Kau­ris­mä­ki. Ein gro­ßer, fein­sin­ni­ger Film, ei­ne zärt­li­che Sa­ti­re. Pre­mie­re bei der Ber­li­na­le, Ki­no­start 17. Fe­bru­ar. JS

„Wil­de Maus“: Jo­sef Ha­der spielt ei­nen Mann, der tief fällt

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.