Neu­er Plan statt neu­er Ko­ali­ti­on

Sie sind fer­tig: Ges­tern spät­abends ei­nig­ten sich SPÖ und ÖVP auf ein neu­es Pro­gramm. Ers­te De­tails si­ckern schon durch.

Kleine Zeitung Steiermark - - THEMA DES TAGES -

Sie­ben Ta­ge ist es nun her, dass Kanz­ler Chris­ti­an Kern (SPÖ) der ÖVP über die Fern­seh­schir­me aus­rich­te­te, dass sie Ös­ter­reich nicht wei­ter­brin­gen wol­le – am Tag dar­auf schoss die Volks­par­tei zu­rück, ein Kern-ul­ti­ma­tum spä­ter hing der Fort­be­stand der Re­gie­rung am sei­de­nen Fa­den. Doch nun ist der Ver­hand­lungs­ma­ra­thon vor­bei, kurz nach 21 Uhr ei­nig­te man sich auf ein neu­es Re­gie­rungs­pro­gramm. Neuwahlen sind da­mit vom Tisch. Heu­te wol­len SPÖ und ÖVP ih­ren neu­en Plan prä­sen­tie­ren – da­vor ho­len sich die bei­den Ko­ali­ti­ons­par­tei­en je­weils den Se­gen der Par­tei­gre­mi­en. Zwar muss ein über­ar­bei­te­ter Re­gie­rungs­pakt for­mell nicht von den Par­tei­vor­stän­den ab­ge­nickt wer­den, man wol­le al­ler­dings „al­le mit ins Boot ho­len“.

In die­sem Boot soll dann auch In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang So­bot­ka (ÖVP) sit­zen. Die­ser wei­ger­te sich bis zu­letzt, sei­ne Un­ter­schrift un­ter das ge­sam­te Pro­gramm zu set­zen – Kern mach­te aber kei­ne An­stal­ten, von sei­ner For­de­rung, dass je­der Mi­nis­ter un­ter­schrei­ben muss, ab­zu­wei­chen. So­bot­ka kön­ne die Re­gie­rung ja ver­las­sen, wenn er nicht un­ter­schrei­ben wol­le, rich­te­te Kern ihm aus. Ein Aus­weg aus der So­bot­ka-af­fä­re soll nun fol­gen­der­ma­ßen aus­se­hen: Das Pro­gramm wird in ei­nem heu­te spon­tan ein­be­ru­fe­nen Son­der­mi­nis­ter­rat be­schlos­sen. Denn dort herrscht nun ein­mal ein Ein­stim­mig­keits­prin­zip – laut Övp-krei­sen wer­de auch So­bot­ka dort un­ter­schrei­ben. „An ei­ner ein­zi­gen Un­ter­schrift“, er­klärt ein Övp-po­li­ti­ker hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand, „wird es al­so si­cher nicht schei­tern.“

Am Nach­mit­tag wird dann das Pro­gramm für die nächs­ten ein­ein­halb Jah­re prä­sen­tiert. Und ei­ni­ges an In­hal­ten ist be­reits durch­ge­si­ckert: So sol­len et­wa die Lohn­ne­ben­kos­ten für zu­sätz­lich ge­schaf­fe­ne Ar­beits­plät­ze um die Hälf­te ge­senkt wer­den. Eben­falls dürf­te die For­schungs­prä­mie für Un­ter­neh­men von zwölf auf 14 Pro­zent er­höht wer­den, an­ge- DIE WICH­TIGS­TEN TERMINE IN DER STEI­ER­MARK dacht wa­ren bis zu­letzt auch In­ves­ti­ti­ons­an­rei­ze für gro­ße Un­ter­neh­men. Ein we­sent­li­cher Punkt des Pa­piers sieht zu­dem die Ab­gel­tung der so­ge­nann­ten kal­ten Pro­gres­si­on vor. Die un­te­ren Ta­rif­stu­fen sol­len dem­nach au­to­ma­tisch an die In­fla­ti­on an­ge­passt wer­den – da­mit wird je­der Steu­er­zah­ler ent­las­tet. Ge­ei­nigt ha­ben sich die bei­den Par­tei­en auch auf ein Voll­ver­schleie­rungs­ver­bot und ein ver­pflich­ten­des In­te­gra­ti­ons­jahr für Asyl­be­rech­tig­te, sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te und Asyl­wer­ber „mit ho­her Blei­be­wahr­schein­lich­keit“. In Sa­chen Si­cher­heit konn­te die ÖVP die von ihr ge­for­der­ten Über­wa­chungs­maß­nah­men durch­set­zen – auch die Fuß­fes­sel für Ge­fähr­der. Nicht im Pakt ist ei­ne Hal­bie­rung der Asyl-ober­gren­ze – die Re­de ist

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