Neu­start, Ein der nicht so hei­ßen darf

Bei der Prä­sen­ta­ti­on des neu­en Pro­gramms schwor die Re­gie­rung Zu­sam­men­halt. Doch ge­löst schei­nen die Pro­ble­me nicht.

Kleine Zeitung Steiermark - - THEMA DES TAGES -

Knapp 50 ge­plan­te Maß­nah­men auf 35 Sei­ten, al­le­samt mit ei­ner zeit­li­chen Vor­ga­be ver­se­hen: Das ist im We­sent­li­chen das Er­geb­nis des Ver­hand­lungs­ma­ra­thons im Bun­des­kanz­ler­amt, der be­glei­tet von ei­ner hand­fes­ten Re­gie­rungs­kri­se bis Sonn­tag­abend ge­dau­ert hat. Stolz stan­den Kanz­ler und Vi­ze­kanz­ler am Mon­tag­nach­mit­tag im Kanz­ler­amt mit dem neu­en Ar­beits­pro­gramm der Re­gie­rung, das ein Vo­lu­men von rund vier Mil­li­ar­den hat, und rich­te­ten ein­an­der ih­ren Dank aus. Da­vor pas­sier­te das Pa­pier bei­de Par­tei­vor­stän­de und den Schreib­tisch des neu­en Bun­des­prä­si­den­ten Alexander Van der Bel­len. Von der Kri­se der letz­ten Ta­ge, die Kanz­ler Chris­ti­an Kern (SPÖ) bei der Prä­sen­ta­ti­on lie­be­voll „klei­nes In­ter­mez­zo“nann­te, war kei­ne Re­de mehr. Auch ÖVP-CHEF Rein­hold Mit­ter­leh­ner spar­te sich öf­fent­li­che Kri­tik am Kanz­ler und des­sen Neu­wahl­dro­hung in Rich­tung ÖVP. Viel­mehr be­teu­er­te er, dass sich die Re­gie­rungs­par­tei­en künf­tig nicht mehr wie Op­po­si­ti­ons­frak­tio­nen ver­hal­ten dürf­ten und nun das „über­durch­schnitt­li­che Pro­gramm“ab­ar­bei­ten sol­len. Das Ul­ti­ma­tum Kerns, er­klär­te in­des Spö-re­gie­rungs­ko­or­di­na­tor Tho­mas Droz­da, sei „ei­gent­lich kei­nes“ge­we­sen. Es ha­be sich da­bei le­dig­lich um ei­ne „Auf­for­de­rung zur Sach­ar­beit“in Rich­tung Ko­ali­ti­ons­part­ner ÖVP ge­han­delt – und die­se ha­be „funk­tio­niert, wie man am Pro­gramm sieht“.

Ein neu­er­li­cher Neu­start der Re­gie­rung al­so? Nein, be­teu­ern Kanz­ler und Vi­ze­kanz­ler. „Ich kann das Wort Neu­start nicht mehr hö­ren“, zi­tier­te Kern den ge­lern­ten Ös­ter­rei­cher. Man wol­le nun aber ru­hig und bis En­de der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode im Herbst 2018 durch­ar­bei­ten – auch wenn ein ge­nau­er Blick auf das Pro­gramm zeigt, dass die letz­te aus­lau­fen­de Frist im De­zem­ber 2017 en­det. Kern ha­be in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten als Kanz­ler je­den­falls ge­merkt, dass man in der Ko­ali­ti- on „klar Schiff “ma­chen müs­se. „Nicht Neu­wahl­de­bat­te, son­dern ha­ckeln“, ver­ein­fach­te Spö-klub­ob­mann Andre­as Schie­der die neue Stra­te­gie.

Das Pro­blem mit den Ha­keln in der Ko­ali­ti­on scheint al­ler­dings noch im­mer nicht er­le­digt zu sein, wie die Pos­se um die Un­ter­schrift des In­nen­mi­nis­ters zu­letzt ge­zeigt hat. Öf­fent­lich warf Wolf­gang So­bot­ka (ÖVP) dem Kanz­ler am Wo­che­n­en­de vor, ei­nen „Po­panz“auf­zu­bau­en – un­ter­schrie­ben hat der In­nen­mi­nis­ter den ge­sam­ten Pakt erst, als er in ei­nem

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.