Von kal­ter Pro­gres­si­on hin zur Um­ver­tei­lung

Kleine Zeitung Steiermark - - DAS REGIERUNGSPAKET 5 -

Schre­cken der Steu­er­zah­ler: die „kal­te Pro­gres­si­on“, die Ein­kom­mens­zu­wäch­se weg­frisst, wenn die Steu­er­be­mes­sungs­gren­ze nicht der In­fla­ti­on an­ge­passt wird. Ei­ne stil­le Steu­er­er­hö­hung al­so. Da­mit will die Ko­ali­ti­on end­lich Schluss ma­chen – aber nur für die zwei nied­rigs­ten Steu­er­stu­fen (11.000 bis 18.000 Eu­ro so­wie 18.000 bis 25.000 Eu­ro). Die bei­den ers­ten Ta­rif­stu­fen wer­den auch nicht au­to­ma­tisch je­des Jahr mit der In­fla­ti­ons­ra­te in­de­xiert, son­dern erst bei fünf Pro­zent auf­ge­lau­fe­ner In­fla­ti­on, man könn­te der­zeit schät­zen, et­wa al­le drei Jah­re. „Da­mit wer­den rund 80 Pro­zent der kal­ten Pro­gres­si­on aus­ge­gli­chen“, hält da­zu das Ei­ni­gungs­pa­pier von SPÖ und ÖVP „Für Ös­ter­reich“fest. Für al­le wei­te­ren Steu­er­zah­ler soll ein Pro­gres­si­ons­be­richt des Fi­nanz­mi­nis­ters das Steu­er­mehr­auf­kom­men aus der kal­ten Pro­gres­si­on fest­stel­len, da­mit dann über Ent­las­tun­gen, im We­sent­li­chen für den Mit­tel­stand, ent­schie­den wird.

Gott­fried Ha­ber, Wirt­schafts­ex­per­te und Pro­fes­sor an der Do­nau-uni Krems, ist die­ses Schel­ling-mo­dell „ein gro­ßer Kri­tik­punkt. Da nur die bei­den ers­ten Ta­rif­stu­fen in­de­xiert wer­den, wird das Steu­er­sys­tem zum Um­ver­tei­lungs­sys­tem.“

Aus­län­di­schen On­li­ne­kon­zer­nen will die Re­gie­rung mit Rie­geln für Ge­winn­ver­schie­bung bei­kom­men, in­dem sie „die Wer­be­ab­ga­be – auf­kom­mens­neu­tral – auf den On­lin­ebe­reich aus­wei­tet“.

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