Schil­cher­land

Kleine Zeitung Steiermark - - TRIBÜNE -

Ich hab ein Rie­sen­glück. Ich woh­ne mit mei­nem Mann Han­nes seit zwei Jah­ren in mei­nem Sehn­suchts­ort – im Schil­cher­land. Es sind vor al­lem die Leu­te, die mich dort so fas­zi­nie­ren. Die sind so herr­lich di­rekt, de­nen ist es wurscht, wer du bist. Ent­we­der sie mö­gen dich, dann spürst du es. Oder sie mö­gen dich nicht, dann spürst du es erst recht. Da pas­siert nichts hin­ter­rücks. Ganz an­ders als in Wi­en, da re­gie­ren lei­der oft Neid und Miss­gunst und die Hackl flie­gen ei­nem ins Kreuz. West­stei­rer sind da viel ech­ter. Ja, ich wür­de so­gar sa­gen, dass ich im Schil­cher­land schon mehr Freun­de ha­be als in Wi­en. Rich­ti­ge See­len­ver­wand­te so­gar. Na­tür­lich den­ke ich beim Sehn­suchts­ort auch an die Bu­schen­schank­jau­se mit ei­nem Schil­cher. Das ist mitt­ler­wei­le ein rich­tig har­mo­ni­scher Wein ge­wor­den, der mir der liebs­te von al­len ist. Wein­re­gio­nen sind mir so­wie­so land­schaft­lich am nä­hes­ten. Ich mag das Hü­ge­li­ge. Die West­stei­er­mark er­in­nert mich zum Bei­spiel auch an die Wein­re­gi­on um Kap­stadt – die ist auch wun­der­schön und Ös­ter­reich sehr ähn­lich. Was ich nicht mag, sind die Ber­ge, die rich­tig ho­hen. Und schon gar nicht das Fla­che.

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