Wie Graz die Hit­ze dämp­fen kann

Die Hit­ze in Graz wird wei­ter zu­neh­men. Ein For­schungs­pro­jekt zeigt, wie man die Stadt ein bis zwei Grad ab­küh­len kann.

Kleine Zeitung Steiermark - - GRAZ -

Ten­denz stei­gend. Das ist die Kurz­fas­sung. Na­tür­lich kön­nen Ex­per­ten sehr lan­ge über die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels re­den, un­term Strich steht aber: Es wird wär­mer. Deut­lich wär­mer.

Das be­le­gen auch die Zah­len für Graz, die Ben­ja­min Sim­perl und Chris­to­pher Wint­sch­nig in ih­rer Di­plom­ar­beit aus dem Vor­jahr zu­sam­men­ge­tra­gen ha­ben. Die jähr­li­che Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur in Graz lag in der Pe­ri­ode von 1971 bis 2000 bei 9,9 Grad, in der Pe­ri­ode 2001 bis 2015 lag sie bei 11,3 Grad – ein Plus von 1,4 Grad.

Klingt we­nig, hat aber gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen: Die Som­mer­und Hit­ze­ta­ge, un­ter de­nen ak­tu­ell je­ne stöh­nen, die nicht im Frei­bad lie­gen kön­nen, wer­den von Jahr zu Jahr mehr (sie­he Gra­fik). Auch die Tro­pen­näch­te, al­so Näch­te, in de­nen es nicht un­ter 20 Grad ab­kühlt, häu­fen sich seit 2010 auf­fäl­lig. Das ist be­son­ders be­las­tend für äl­te­re Men­schen und Kin­der, wenn nicht ein­mal in der Nacht für Ab­küh­lung ge­sorgt wird und sich der Kör­per nicht er­ho­len kann.

In Graz gibt es ei­ni­ge Hitz­ein­seln, an de­nen sich der Kli­ma­wan­del be­son­ders zeigt. Ei­ne die­ser In­seln ist der Be­zirk Ja­ko­mi­ni. „Der ist sehr dicht ver­baut und dicht be­sie­delt“, sagt Ingrid Kal­te­negger von Jo­an­ne­um Re­se­arch. Sie un­ter­sucht ge­mein­sam mit der Stadt­kli­ma­for­sche­rin Ma­ja Zu­ve­la-aloi­se von der Zen­tral­an­stalt für Me­teo­ro­lo­gie (Zamg), wie man die Hit­ze in der Stadt dämp­fen kann – am Bei­spiel Ja­ko­mi­ni.

„Im Schnitt kann man in den Stadt­räu­men die Tem­pe­ra­tur um ein bis zwei Grad sen­ken“, ist Zu­ve­la-aloi­se über­zeugt. „Das ent­spricht 15 bis 20 Som­mer­ta­gen im Jahr, al­so Ta­gen mit mehr als 25 Grad.“Das Ziel: „Den Kli­ma­wan­del re­gio­nal zu kom­pen­sie­ren.“Oder zu­min­dest zu dämp­fen.

XWas da­zu nö­tig ist? Mehr Grün, we­ni­ger As­phalt. Die Schwie­rig­keit: Die Stadt steht ja schon „und es lässt sich nicht je­des Dach und je­de Fas­sa­de be­grü­nen“, so Kal­te­negger. Im Rah­men des Pro­jekts „Ja­cky_­cool_check“ver­sucht sie, ge­mein­sam mit pri­va­ten Initia­ti­ven und Fir­men im Be­zirk Ja­ko­mi­ni Po­ten­zia­le auf­zu­zei­gen, die in ei­nem zwei­ten Schritt auch um­ge­setzt wer­den. „Es geht um ei­ne Viel­zahl an Ein­zel­maß­nah­men, die wir­ken“, sagt Kal­te­negger.

Po­ten­zia­le, wo die Stadt selbst ak­tiv wer­den kann, gibt

WIN

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