Geld­stra­fen nach Blut­bad bei Schäch­tun­gen

Für die il­le­ga­le Schäch­tung von 77 Scha­fen in der Ost­stei­er­mark setz­te es ges­tern zwölf Geld- und ei­ne be­ding­te Haft­stra­fe.

Kleine Zeitung Steiermark - - STEIERMARK -

bel in­ter­pre­tiert. „Wann hät­te ich mich auf Sie ein­stel­len dür­fen? Ich bin Rich­ter und kein Hell­se­her“, ist Wlasak über die Fahr­läs­sig­keit ir­ri­tiert. In ei­ner St­un­de wä­re er ge­kom­men, so der An­ge­klag­te.

Or­ga­ni­siert und größ­ten­teils auch durch­ge­führt wur­de die Mas­sen­schlach­tung von ei­nem 50-jäh­ri­gen Zu­stel­ler, der dem als Bei­trags­tä­ter an­ge­klag­ten Land­wirt 500 Eu­ro für die Ein­stel­lung und Ver­sor­gung der 100 Scha­fe be­zahl­te. „Ha­ben Sie ihn so gut ge­kannt, dass Sie wuss­ten, dass er der Schäch­ter vom Di­enst ist?“, will der Rich­ter vom ost­stei­ri­schen Land­wirt wis­sen. „Er hat mir er­zählt, dass er das schon ge­macht hat. Und das hat sich sehr pro­fes­sio­nell an­ge­hört“, er­klärt der Land­wirt, der so wie die an­de­ren An­ge­klag­ten nicht ge­wusst ha­be, dass das ri­tu­el­le Schlach­ten in die­ser Form ver­bo­ten ist. Letzt­end­lich sei es dann nicht so „pro­fes­sio­nell“ab­ge­lau­fen. Er ha­be sich vor­ge­stellt, dass es zwei Scha­fe sind, die auf sei­nem Hof ge­schlach­tet wer­den.

„Dann ha­ben Sie die gan­zen Köp­fe her­um­lie­gen se­hen?“, fragt der Rich­ter. „Das scheint ein Tier­ka­da­ver­fried­hof vom Feins­ten ge­we­sen zu sein.“

625 Eu­ro muss­te der Land­wirt für die Tier­kör­per­ent­sor­gung be­zah­len, 100 Eu­ro für ei­nen mit dem das mit Blut ver­un­rei­nig­te Erd­reich ab­ge­tra­gen wur­de. Schul­dig fühl­te er sich als ein­zi­ger der zwölf an­we­sen­den Män­ner nicht. Er ha­be nur den Platz zur Ver­fü­gung ge­stellt. Für ihn setz­te es ei­ne Geld­stra­fe von 4500 Eu­ro, die Hälf­te da­von wur­de ihm be­dingt nach­ge­se­hen. Der Zu­stel­ler wur­de zu ei­ner Geld­stra­fe von 1260 Eu­ro und neun Mo­na­ten be­dingt ver­ur­teilt. Für al­le an­de­ren gab es Geld­stra­fen zwi­schen 1500 und 450 Eu­ro. Die Ur­tei­le sind nicht rechts­kräf­tig.

Das Ver­fah­ren ge­gen die nicht er­schie­ne­nen Män­ner wur­de aus­ge­glie­dert – drei ur­lau­ben bis Mit­te Sep­tem­ber in der Tür­kei.

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