„Je rei­cher man wird, des­to gie­ri­ger wird man“

Statt Steu­ern zu hin­ter­zie­hen, soll­ten schwer­rei­che Fuß­ball­stars der Ge­sell­schaft, und da­mit auch ih­ren Fans, lie­ber et­was zu­rück­ge­ben, mei­nen Le­ser.

Kleine Zeitung Steiermark - - LESERFORUM -

Cris­tia­no Ro­nal­do kommt durch den Hin­ter­ein­gang der Ga­ra­ge ins Ge­richt, um sich sei­nem Pro­zess – Tat­vor­wurf Steu­er­be­trug – zu stel­len. Kein gro­ßer Auf­tritt öf­fent­lich­keits­wirk­sam in­sze­niert, kei­ne Wor­te zu den Me­di­en, kei­ne Au­to­gram­me für sei­ne Fans. Das Vor­bild der Ju­gend!? den Stra­ßen und so­gar in man­chen Ge­schäf­ten am Ran­de ei­nes Kol­lap­ses. Da ist fle­xi­bel sein kein The­ma, denn man hat Ter­min­druck und man braucht auch die­se paar Eu­ro Um­satz!

In mei­nem Um­feld ken­ne ich Men­schen, die, wenn sie bis zum Abend durch­hal­ten, kurz vor dem Zu­sam­men­bruch ste­hen, Tag für Tag. Es ist un­mensch­lich, hier nicht fle­xi­bler zu sein von­sei­ten der Un­ter­neh­men. An­statt nur zu for­dern, soll­ten sie sich über­le­gen, auch zu ge­ben. Denn ein ge­sun­des Ar­beits­ver­hält­nis for­dert von bei­den Sei­ten ein Neh­men und Ge­ben. Be­vor die Un­ter­neh­men ei­nen 12-St­un­den-tag for­dern, soll­ten sie ein­mal dar­über nach­den­ken, was es heißt, fle­xi­bel und auch mensch­lich zu sein. lob­by­is­ten und fehl­ge­lei­te­ter Kon­su­men­ten­schüt­ze­rin­nen, an tier­quä­le­ri­schen In­ten­siv­mas­sen­tier­hal­tun­gen füh­re we­gen des Preis­drucks im frei­en Agrar­markt kein Weg vor­bei, auch ei­ne be­que­me Aus­re­de ist. Wer nur ein bis­serl was von kom­ple­xen öko­lo­gi­schen Zu­sam­men­hän­gen ver­steht, weiß, dass uns der Agrar­ka­pi­ta­lis­mus mit der in­dus­tri­el­len Nutz­tier­hal­tung in ei­ne ver­häng­nis­vol­le Sack­gas­se hin­ein­ge­trie­ben hat:

Mo­no­kul­tu­ren in der Fut­ter­mit­te­l­er­zeu­gung, ho­her Che­mie­ein­satz, Bo­den­ver­dich­tung und Ero­si­on, Schä­di­gung der Bi­o­di­ver­si­tät, Grund­was­ser­be­las­tung, So­ja­im­por­te und Re­gen­wald­zer­stö­rung, glo­ba­le Er­näh­rungs­ge­rech­tig­keit, man­gel­haf­te Volks­ge­sund­heit durch ho­hen Fleisch­kon­sum etc.

An­statt al­so wei­ter in die Sack­gas­se hin­ein­zu­wirt­schaf­ten, ist ei­ne ent­schlos­se­ne Wen­de zur Bio­land­wirt­schaft ein­zu­lei­ten. Ge­for­dert ist die Krea­ti­vi­tät der Land­wir­te, das Mit­tun der Kon­su­men­tin­nen und na­tür­lich die Po­li­tik. Die Um­stel­lung der För­de­run­gen von Flä­che und Mas­se auf die Be­schäf­ti­gung von na­tur­nah wirt­schaf­ten­den Ar­beits­kräf­ten ist da­bei das wahr­schein­lich wich­tigs­te Steue­rungs­ele­ment.

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