Er­ho­be­nen Haup­tes ins Pap­pel­sta­di­on

Die Eu­ro­pa-le­ague-sai­son ist für Sturm Graz vor­bei, die Schluss­of­fen­si­ve ge­gen Fe­ner­bah­ce brach­te nichts mehr ein. Der Aus­gleichs­tref­fer von Phil­ipp Hu­spek war vor 37.000 Zu­schau­ern knapp zu we­nig.

Kleine Zeitung Steiermark - - SPORT -

Man hät­te den Spie­lern von Sturm Graz kei­nen Vor­wurf ma­chen kön­nen, wenn sie mit wei­chen Kni­en und mul­mi­gem Ge­fühl das Rück­spiel ge­gen Fe­ner­bah­ce Istan­bul an­ge­tre­ten wä­ren. Der Lärm­pe­gel im Sü­krü-sa­ra­cog­lu-sta­di­on war be­ein­dru­ckend, et­wa 250 Sturm-fans san­gen mu­tig ge­gen 37.000 tür­ki­sche Fuß­ball­fans an, blie­ben letzt­lich aber lan­ge Zeit un­ge­hört. Die Spie­ler lie­ßen sich von der Ku­lis­se nicht be­ein­dru­cken und spiel­ten dis­zi­pli­niert.

Ei­ne Fün­fer­ket­te, mit Da­rio Ma­re­sic als Chef im Zen­trum, hat­te Fran­co Fo­da am Tak­ti­k­reiß­brett ent­wor­fen. Ei­ne Fün­fer­ket­te, die nach Ball­ge­winn blitz­schnell zu ei­ner Drei­er­ket­te wer­den soll­te, um den tür­ki­schen Ta­bel­len­drit­ten der Vor­sai­son über die Sei­ten zu über­ra­schen. Fe­ner­bah­ce fand, weil Sturm de­fen­siv wun­der­bar steht, kei­ne Mög­lich­kei­ten vor. Nur ei­ne Stan­dard­si­tua­ti­on in der 24. Spiel­mi­nu­te war ge­fähr­lich.

an der an sich gu­ten Idee: Sturm muss­te bei Fe­ner­bah­ce ei­nen 1:2-Rück­stand auf­ho­len. Da­für fan­den die Gra­zer in ei­nem an­sehn­li­chen Fuß­ball­spiel zu we­nig gu­te Tor­mög­lich­kei­ten vor. Auch, weil im schnel­len Um­schalt­spiel mit De­ni Alar oft nur ein Spie­ler im und um den Straf­raum war. Der dann, meist nach Zu­spie­len von rechts, von den In­nen­ver­tei­di­gern Ro­man Neu­städ­ter und Mar­tin Skr­tel ver­tei­digt wur­de.

Nach ei­ner hal­ben St­un­de war es dann Ma­thieu Val­bue­na, der Fa­bi­an Koch über­ra­gend aus­stei­gen ließ und but­ter­weich auf Na­bil Di­rar flank­te. Das 1:0 vor den Au­gen des tür­ki­schen Staats­prä­si­den­ten Re­cep Er­do­gan. In die­ser Pha­se zwar über­ra­schend, weil es Sturm we­ni­ge Mi­nu­ten zu­vor ge­lang, den Geg­ner et­was in der ei­ge­nen Hälf­te fest­zu­schnü­ren – aber auf­grund der Spiel­an­tei­le letzt­lich nicht un­ver­dient. Sturm gab in der zwei­ten Hälf­te aber nicht auf, spiel­te wei­ter mu­tig nach vor­ne. Die Tür­ken ver­wal­te­ten das Er­geb­nis gut.

hin­ter dem Tor von Vol­kan De­mi­rel zu hö­ren war: „Hier re­giert der SK Sturm.“Die Fans der Tür­ken wa­ren er­starrt, die Gra­zer Schlach­ten­bumm­ler nutz­ten die Gunst der St­un­de. Phil­ipp Hu­spek hat­te Sturm nach gu­tem Ein­satz von Pe­ter Zulj wie­der her­an­ge­bracht (66.). Noch Zeit, um Mar­vin Potz­manns „klei­nes Wun­der“zu rea­li­sie­ren. Vi­sier nach oben, al­le nach vor­ne: Sturms Schluss­of­fen­si­ve trug je­doch kei­ne Früch­te, Fa­bi­an Schu­bert schei­ter­te nach gu­ter Flan­ke knapp (69.). Er hät­te Sturms Eu­ro­pale­ague-sai­son um min­des­tens 30 Mi­nu­ten ver­län­gern kön­nen. Tat er aber nicht. Sturm ver­ab­schie­de­te sich aber mehr als nur er­ho­be­nen Haup­tes von der in­ter­na­tio­na­len Fuß­ball­büh­ne. Und muss aus dem Sü­krü-sa­ra­cog­luRich­tung Pap­pel­sta­di­on ab­bie­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.