Herr über die Spring­bö­cke

Kaum ei­ner stat­tet Büh­nen so krea­tiv aus wie Mar­kus Box­ler. Ab Mitt­woch ist der neue t’eig-streich „War­ten auf Go­dot“zu se­hen.

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR -

Tüf­te­lei kei­ne Gren­zen. Zu­schau­er er­in­nern sich vi­el­leicht an ab­wasch­ba­re wei­ße Klei­der, die bei „Baal“mit Far­be be­gos­sen wur­den, oder an Kampf­sport-out­fits, die bei „h’am­let“auf Perch­ten tra­fen.

„Na­tür­lich ist die Frei­heit groß. Den­ken und träu­men kann, soll man viel“, sagt Box­ler. „Doch die wah­re Her­aus­for­de­rung ist es, die Ide­en auch in die Rea­li­tät zu brin­gen.“Vor al­lem, wenn das Ar­beits­feld nicht das klas­si­sche Thea­ter ist, es dar­um geht, ei­ne Welt ins schwar­ze Nichts rein zu er­fin­den.

Ak­tu­ell ist es ei­ne Sport­hal­le, die thea­ter t’eig für die Ins­ze­nie­rung von Sa­mu­el Be­cketts „War­ten auf Go­dot“im Atg­turn­saal zum Ort aus­er­ko­ren hat. Spring­bock, Han­tel­bank und an­de­re Ge­rä­te wur­den be­reits durch den Raum ge­karrt und ar­ran­giert. Ge­zeigt wer­den zwei Ver­tre­ter der Spe­zi­es Mensch – aus­ge­stellt für das Pu­ti­ve Was ein Sport­par­cours mit ei­nem Stück ge­mein­sam hat, in dem es ums War­ten geht, muss der Zu­schau­er selbst her­aus­fin­den. Box­ler geht es dar­um, In­hal­te zu ver­ding­li­chen, oh­ne am Text zu kle­ben oder den Zu­schau­ern et­was aufs Au­ge zu drü­cken.

Auch wenn der Frei­schaf­fen­de mit Pro­duk­tio­nen wie „Cir­que No­ël“an­der­wei­tig zum Stau­nen bringt, bleibt Box­ler sei­nen „t’ei­gern“treu. Dort, „wo Din­ge in­ein­an­der­grei­fen und das Mit­ein­an­der ei­nem Ping­pong-spiel gleicht“, füh­le er sich wohl. Sein Per­fek­ti­ons­an­spruch ist noch im­mer hoch. Den­noch ler­ne man, „nicht je­des Staub­korn drei­mal um­zu­dre­hen“, sagt er. „Ei­ne wah­re Aus­stat­ter­krank­heit.“

JÜR­GEN FUCHS

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