Wie hal­ten wir’s mit der Re­li­gi­on?

Un­se­re Le­se­rin­nen und Le­ser stel­len sich die Gret­chen­fra­ge.

Kleine Zeitung Steiermark - - LESERFORUM -

rig füh­len? Wie vie­le sind bloß „Tauf­sch­ein­ka­tho­li­ken“? Ich ha­be ei­nem Pries­ter die Fra­ge ge­stellt, ob er an ein Wei­ter­le­ben nach dem To­de glau­be. Die Ant­wort kam prompt und klar: Wür­de ich nicht an ein Wei­ter­le­ben nach dem To­de und an die Au­fer­ste­hung glau­ben, hät­te der Glau­be kei­nen Sinn. Die­se Fra­ge ha­be ich auch be­ken­nen­den Ka­tho­li­ken ge­stellt. Der Groß­teil der Ant­wor­ten war mit der Ant­wort des Pries­ters nicht iden­tisch. Die meis­ten hal­ten den Glau­ben für den Zu­sam­men­halt der Gesellschaft für sehr wich­tig, glau­ben aber nicht an die Au­fer­ste­hung. Aus die­ser Hal­tung her­aus schwä­chelt das Chris­ten­tum und so wird die An­zahl der Kon­fes­si­ons­lo­sen wei­ter an­stei­gen. Kon­fes­si­ons­los heißt aber nicht un­gläu­big sein. Ich kann Chris­ti­an We­ni­ger nur zu­stim­men. Wo Re­li­gi­on zum Brauch­tum ver­kommt, ist Sinn­ent­lee­rung an­ge­sagt. Die Re­li­gi­on als Selbst­be­die­nungs­la­den un­ter dem Mot­to „Ich ho­le mir, was ich ge­ra­de brau­che“– bin aber nicht be­reit, für die (Pfarr-)ge­mein­schaft et­was zu tun. Wie Paul Zu­leh­ner es vor ei­ni­gen Wo­chen in der Klei­nen Zei­tung so tref­fend for­mu­lier­te: „Brauch­tum kann man nur wei­ter­füh­ren, wenn man ihm ei­ne tie­fe­re Be­deu­tung gibt.“Nicht die an­de­ren (Re­li­gio­nen) sind ei­ne Ge­fahr für un­se­re christ­lich ge­präg­te Gesellschaft, son­dern wir selbst in un­se­rer Träg­heit und un­se­rem Kom­fort­den­ken.

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