Wo das Ba­by schla­fen soll­te, klafft ein Loch

100 Hoch­zeits­gäs­te wa­ren Sams­tag ei­ner Ka­ta­stro­phe im Berg­haus in der Wal­chen ent­gan­gen. Jetzt soll das Haus wie­der­auf­ge­baut wer­den. Die Hoch­zeiter hel­fen mit.

Kleine Zeitung Steiermark - - STEIERMARK | 15 -

dem Kopf. „Wenn die Mu­re nicht ab­geht am Tag da­vor, sind wir al­le da drin­nen. Und die klei­ne Ma­ja, die wir ge­tauft ha­ben, schläft ge­nau in dem Haus­eck, das jetzt fehlt.“

Da­bei war al­les schon her­ge­rich­tet, al­les schon drin­nen für das gro­ße Fest. Auch die zwei Schwes­tern des Bräu­ti­gams mit ih­ren Fa­mi­li­en – sechs Kin­der – wa­ren schon im Haus. Sie konn­ten von der Feu­er­wehr Sams­tag zum Glück noch eva­ku­iert wer­den. Ei­nen Tag spä­ter ...

„Un­vor­stell­bar, was da al­les hät­te sein kön­nen“, mag Mar­tha Stieg (69) gar nicht den­ken. Sie und ihr Mann Hans (74) sind die Hüt­ten­war­te und im Berg­haus, seit es En­de der 90er-jah­re lie­be­voll re­no­viert wur­de – ganz viel „in frei­wil­li­gen Ar­beits­stun­den“. „Gut 1000 Näch­ti­gun­gen“zähl­ten sie in den vier Gar­çon­niè­ren und den Ma­trat­zen­la­gern im Jahr, „das meis­te wa­ren 1700“. Selbst fürs kom­men­de Sil­ves­ter gab es schon Vor­be­stel­lun­gen.

Und jetzt? Wird wie­der­auf­ge­baut. Zu­min­dest, wenn es nach den Öblar­nern geht. „Wir ha­ben in die­sen Ta­gen sehr viel Zu­spruch be­kom­men“, er­zählt Mar­tin Weich­bold, Ob­mann des Al­pen­ver­eins Öblarn. Ges­tern flo­gen Pio­nie­re des Bun­des­hee­res zehn Bau­stüt­zen zum Berg­haus und si­cher­ten da­mit das Ge­bäu­de. Weich­bold: „Auch der Sta­ti­ker hat sich die Sa­che an­ge­schaut und war zu­frie­den.“Am Abend setz­te sich dann der Vor­stand des Al­pen­ver­eins zu­sam­men, um über die Zu­kunft zu be­ra­ten. „Fest steht, dass wir das Haus ret­ten wol­len. Das geht aber nur, wenn wir die Kos­ten stem­men kön­nen“, so der Ob­mann.

Üb­ri­gens: Schon am Sonn­tag mel­de­ten sich Ar­min Zeh­ner, der Bräu­ti­gam, und Ste­fan Lind, der Bei­stand. Sie sind jetzt da­bei, ei­ne Be­ne­fiz­ak­ti­on auf die Bei­ne zu stel­len. Um beim Wie­der­auf­bau mit­zu­hel­fen – und um Dan­ke zu sa­gen: al­len, die nicht nur ei­ne Hoch­zeit, son­dern ver­mut­lich auch Men­schen­le­ben ge­ret­tet ha­ben.

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