Amal­fi

Kleine Zeitung Steiermark - - TRIBÜNE -

Das ers­te Pa­ra­dies mei­nes Le­bens war die Ho­falm in den Kärntner Nock­ber­gen. Als Zehn­jäh­ri­ger durf­te ich dort Hal­ter­bub sein. Oft bin ich da­mals heim­lich hin­auf auf die Hö­he ge­lau­fen, hab im Blick aufs Lie­ser­tal und weit dar­über hin­aus zum ers­ten Mal Fern­weh er­lebt! Da­heim dann am Sonn­berg träum­te ich da­von, mit dem Was­ser des klei­nen Bäch­leins vor un­se­rem Haus hin­un­ter ins Tal, mit der Lie­ser hin­aus nach Spit­tal, von dort mit der Drau in die Do­nau und mit die­ser bis zum Schwar­zen Meer zu ge­lan­gen ... Wer heu­te mein Pa­ra­dies sucht, dem ra­te ich, weit in den Sü­den zu rei­sen, Flo­renz, Rom und Nea­pel hin­ter sich zu las­sen, vor­bei am Ve­suv nach Sor­rent und von dort durch den ur­al­ten Oli­ven­hain hin­auf nach Sant’aga­ta sui Due Gol­fi und wei­ter über das aus dem Fel­sen ge­haue­ne, aben­teu­er­lich-kur­vi­ge Nas­tro Az­zur­ro nach Amal­fi. Nichts Schö­ne­res ha­be ich bis­her ge­se­hen. Dort an­ge­kom­men ver­rät dem Frem­den auf dem Weg von der Piaz­za Fla­vio Gioia ins Zen­trum ein stol­zer Satz den in­ne­ren Grund sei­ner Rei­se: „Für die Be­woh­ner von Amal­fi wird der Tag, an dem sie ins Pa­ra­dies kom­men, ein Tag sein wie je­der an­de­re.“

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