Luft­han­sa: De­al mit Air Ber­lin und Ni­ki per­fekt

Kleine Zeitung Steiermark - - FRONT PAGE - Von Clau­dia Haa­se Von Ea­sy­jet

Die Luft­han­sa über­nimmt zwei Mo­na­te nach der Air-ber­lin-plei­te den Groß­teil der Flug­ge­sell­schaft und die Toch­ter Ni­ki. Luft­hans­a­boss Sp­ohr spricht von ei­nem „Mei­len­stein“.

Das Ziel ist seit Lan­gem klar. Die Luft­han­sa will mit Eu­ro­wings Eu­ro­pas dritt­größ­te Bil­li­ga­ir­line ge­gen Rya­nair und Ea­sy­jet in die Hö­he brin­gen. Mit der Über­nah­me gro­ßer Tei­le der Air Ber­lin hat der Luft­han­sa-boss nun ei­nen rie­sen­gro­ßen Schritt in die­ser Stra­te­gie voll­zo­gen. Don­ners­tag­mit­tag wur­de der Me­ga-de­al in Ber­lin be­sie­gelt: 81 Ma­schi­nen sol­len zum Luft­han­sa-kon­zern kom­men, eben­so 3000 der 8000 Air-ber­lin-mit­ar­bei­ter. In­ves­ti­tio­nen von 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro sind mit dem Kauf ver­bun­den. Der Kauf­preis selbst be­trägt 210 Mil­lio­nen Eu­ro. Die Über­nah­me sei ein Mei­len­stein in der Ge­schich­te der Luft­han­sa und Ber­lins, wo das Un­ter­neh­men 1926 ge­grün­det wur­de. 38 der Jets be­treibt der Luft­hansa­kon­zern be­reits über die vor ei­nem Jahr ge­schlos­se­nen Wet­lea­se-ver­trä­ge. Ni­ki hat 21 Ma­eu­ro schi­nen, die rest­li­chen Ma­schi­nen wer­den un­ter der Luft­han­sa naht­los wei­ter­flie­gen. Mit Ea­sy­jet lau­fen die Ver­hand­lun­gen noch. Die Air Ber­lin hat­te an­ge­kün­digt, ih­ren Flug­be­trieb am Abend des 27. Ok­to­ber ein­zu­stel­len. Im Aus­land hän­gen blei­ben­den Pas­sa­gie­ren will die Luft­han­sa wenn mög­lich hel­fen.

Jetzt sind Brüs­sels Kar­tell­wäch­ter am Zug. Be­son­ders span­nend könn­te es et­wa um Sp­ohrs An­kün­di­gung wer­den, dass auf be­stimm­ten Stre­cken zwi­schen Luft­han­sa und Eu­ro­wings ei­ne kon­zern­in­ter­ne Kon­kur­renz or­ga­ni­siert wer­de. Ös­ter­rei­chi­sche Be­den­ken zur markt­be­herr­schen­den Stel­lung des Luft­hansa­kon­zerns in Wi­en will die Bun­des­wett­be­werbs­be­hör­de mit Nach­druck an­mel­den. Sp­ohr hofft bis Jah­res­en­de auf grü­nes Licht für den Kauf.

selbst gab es bis­her noch kei­ne Er­klä­run­gen. Auch die Aus­sa­ge Sp­ohrs, dass bei der Air Ber­lin zeit­na­he nicht von wei­te­ren Ab­schlüs­sen aus­zu­ge­hen sei, kom­men­tier­te die bri­ti­sche Bil­lig-air­line nicht.

Je­ne 49 Flug­zeu­ge, die nicht an die Luft­han­sa ge­hen, sind da­mit der­zeit noch in der In­sol­venz­mas­se der Air Ber­lin. Auch der Ver­kauf der Air Ber­lin Tech­nik hängt noch in der Luft.

Mög­li­cher­wei­se kommt noch die zum Tho­mas-cook-kon­zern ge­hö­ren­de Fe­ri­en­flug­ge­sell­schaft Con­dor zum Zug, die ur­sprüng­lich ge­mein­sam mit Ni­ki Lau­da die Flug­ge­sell­schaft Ni­ki kau­fen woll­te. Bei­de hat­ten mehr als hun­dert Mil­lio­nen für die einst von Lau­da ge­grün­de­te Air-ber­lin-toch­ter Ni­ki und wei­te­re Air-ber­lin­tei­le ge­bo­ten. Ni­ki Lau­da: „Wir war­ten, ob die Luft­han­sa das durch­kriegt und wir war­ten, was die Ea­sy­jet tut. Springt sie ab, ist das ei­ne neue Si­tua­ti­on.“

Bei den Be­schäf­tig­ten von Ni­ki wächst die Hoff­nung, wie­der mehr Flug­ver­kehr von Wi­en aus ab­zu­wi­ckeln. Im Win­ter hat­te die Air Ber­lin bis auf fünf Ma­schi­nen al­le 21 Ni­ki-jets aus Wi­en ab­ge­zo­gen. „Wir hof­fen, dass sich für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter nichts zum

Cars­ten Sp­ohr nimmt nach dem Ab­schluss der Air-ber­linver­hand­lun­gen nun auch die Alita­lia ins Vi­sier APA

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