Der Ener­gie­hun­ger wächst noch wei­ter

Kleine Zeitung Steiermark - - FRONT PAGE -

Wäh­rend in Eu­ro­pa, den USA und Ja­pan der Ener­gie­be­darf sinkt, gibt es in In­di­en und Chi­na mas­si­ven Mehr­be­darf.

Trotz Spar­maß­nah­men dürf­te der glo­ba­le Ener­gie­be­darf bis 2040 um 30 Pro­zent zu­le­gen, so die düs­te­re Pro­gno­se, die nun vor­ge­legt wur­de, wäh­rend in Bonn die Un-kli­ma­kon­fe­renz tagt.

Die­ser Zu­wachs ent­spricht dem heu­ti­gen Be­darf von Chi­na und In­di­en zu­sam­men, heißt es im World Ener­gy Out­look, den die In­ter­na­tio­na­le Ener­gie­agen­tur nun ver­öf­fent­licht hat. Wäh­rend in Eu­ro­pa, den USA und Ja­pan der Ener­gie­be­darf sinkt, gibt es vor al­lem in In­di­en und Chi­na ei­nen mas­si­ven Mehr­be­darf. In­di­en al­lei­ne wird knapp 30 Pro­zent die­ses zu­sätz­li­chen Be­darfs an Ener­gie ver­ant­wor­ten – die Re­de ist von 1000 Mil­lio­nen Ton­nen Erd­öl­äqui­va­len­ten (Mtoe). Da­hin­ter: Chi­na (790 Mtoe), Afri­ka (485 Mtoe), Nah­ost (480 Mtoe) und Süd­ost­asi­en (420 Mtoe). Die Zu­sam­men­set­zung der Ener­gie­trä­ger ver­än­dert sich laut Be­richt. Erd­gas steht der­zeit an der Spit­ze, aber auch er­neu­er­ba­re Ener­gie­quel­len se­hen ei­nen star­ken An­stieg. Auf Ener­gie­spa­ren wer­de zu­neh­mend ge­ach­tet, denn oh­ne die­se wür­de der An­stieg gar dop­pelt so mas­siv aus­fal­len.

Alar­mie­rend ist in­des der An­stieg der Co2-emis­sio­nen: Laut Jah­res­be­richt des Glo­bal Car­bon Pro­ject ist 2017 ein Zu­wachs der glo­ba­len Koh­len­di­oxid­aus­stö­ße um et­wa zwei Pro­zent zu er­war­ten. Für die Staa­ten, die der­zeit in Bonn über die Um­set­zung des Pa­ri­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­mens von 2015 be­ra­ten, ge­be es al­so „kei­nen Grund zur Selbst­zu­frie­den­heit“, mah­nen die Ex­per­ten. Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en sei­en zwar in den letz­ten fünf Jah­ren welt­weit um 14 Pro­zent jähr­lich ge­wach­sen, und auch die Emis­sio­nen im Koh­le­be­reich sei­en im Sin­ken. Gleich­zei­tig aber stie­gen die Emis­sio­nen aus der Ver­bren­nung von Öl und Gas deut­lich an. Bis Jah­res­en­de wer­den die glo­ba­len Co2-emis­sio­nen et­wa 41 Gi­ga­ton­nen be­tra­gen.

Bei die­sem Re­kord­wert wer­de das glo­ba­le Koh­len­stoff­bud­get in­ner­halb von 20 bis 30 Jah­ren auf­ge­braucht sein. Da­nach sei es nicht mehr mög­lich, die Er­der­wär­mung auf un­ter zwei Grad Cel­si­us im Ver­gleich zum vor­in­dus­tri­el­len Zeit­al­ter zu be­gren­zen, wie es in Pa­ris ver­ein­bart wor­den ist. Wäh­rend die Emis­sio­nen in Chi­na und In­di­en laut Be­richt wei­ter an­stei­gen – näm­lich um 3,5 Pro­zent bzw. zwei Pro­zent –, neh­me der Aus­stoß in den USA und Eu­ro­pa mit 0,4 Pro­zent bzw. 0,2 Pro­zent viel zu lang­sam ab, um ei­ne Trend­wen­de zu schaf­fen.

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