Um 40.000 Eu­ro und ein Boot

Kleine Zeitung Steiermark - - FRONT PAGE -

telt. We­gen För­der­miss­brauchs im Vi­sier: ein Be­am­ter, der nach zahl­rei­chen, nicht im­mer frei­wil­li­gen Job-rocha­den nun seit Kur­zem als Re­fe­rent im Bür­ger­meis­ter­amt von Sieg­fried Nagl (ÖVP) ar­bei­tet.

In der Sa­che geht es um ei­ne För­de­rung von 40.000 Eu­ro. Die­se wur­de im Ju­li 2012 an die Ös­ter­rei­chi­sche Was­ser­ret­tung (ÖWR) Stei­er­mark für die An­schaf­fung „ei­nes Ein­satz­boo­tes und von Ein­satz­tauch­aus­rüs­tungs­und Wild­was­ser­ret­tungs­ge­gen­stän­den“aus­be­zahlt. Nur: Nie­mand weiß heu­te, wo die­ses Boot und die Aus­rüs­tung sind. Was mit dem För­der­geld pas­sier­te, ist un­klar.

Öwr-lan­des­lei­ter war zu der Zeit der Ver­däch­ti­ge; der Be­ar­bei­ter des Stadt­se­nat-stüer­mitt­lun­gen. ckes, das der För­der­aus­zah­lung zu­grun­de lag, war eben­falls die­ser Be­am­te, in sei­ner da­ma­li­gen Funk­ti­on als Ka­ta­stro­phen­schutz­re­fe­rent bei der Be­rufs­feu­er­wehr. Ei­ne Dop­pel­rol­le, die of­fen­bar nie­man­den stör­te.

In­halt­lich will sich Ma­gis­trats­di­rek­tor Haid­vogl nicht äu­ßern, nur so viel: „Ich bin ver­pflich­tet, bei al­len Ver­dachts­mo­men­ten den Sach­ver­halt der Staats­an­walt­schaft zu über­mit­teln.“Das pas­sie­re gar nicht so sel­ten, im Schnitt zwei Mal pro Jahr. Meis­tens wür­den die Din­ge aber ein­ge­stellt.

Ob das hier beim Ver­dacht des För­der­miss­brau­ches auch so sein wird, ist of­fen. Chris­ti­an Kro­schl, Spre­cher der Staats­an­walt­schaft Graz, be­stä­tigt die „Wir ha­ben die Po­li­zei mit Er­he­bun­gen be­auf­tragt.“Die Ein­ver­nah­men sei­en ab­ge­schlos­sen, ein Ab­schluss­be­richt schon da. „Jetzt prü­fen wir, ob wei­te­re Er­mitt­lun­gen not­wen­dig sind“, so Kro­schl.

Licht ins Dun­kel brin­gen kann kei­ner der Be­trof­fe­nen. „Wir wis­sen nicht, wo die­ses Boot ist“, sagt Öwr-lan­des­lei­te­rin Su­san­ne Ka­mencek, seit dem Vor­jahr im Amt. Und das Geld? „Ist für uns auch nicht nach­voll­zieh­bar. Al­les, was wir an Un­ter­la­gen ha­ben, ha­ben wir dem Stadt­rech­nungs­hof über­ge­ben.“

Auch Klaus Baum­gart­ner, seit heu­er auch Brand­di­rek­tor der Gra­zer Be­rufs­feu­er­wehr, muss mit der Schul­ter zu­cken. Ob­wohl die Feu­er­wehr 2012 als Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner ge­nannt wur­de, hat in­tern nie je­mand nach dem Boot ge­fragt. „Die Sa­che wird durch den Stadt­rech­nungs­hof und die in­ter­ne Re­vi­si­on ge­prüft“, so Baum­gart­ner.

Der Stadt­rech­nungs­hof hat sei­nen Prüfroh­be­richt fer­tig, der End­be­richt samt Stel­lung­nah­me der be­trof­fe­nen Ab­tei­lung wer­de bald ver­öf­fent­licht, so Rech­nungs­di­rek­tor Ge­org Wind­ha­ber.

Der Be­am­te, für den die Un­schulds­ver­mu­tung gilt, war für ei­ne Stel­lung­nah­me nicht er­reich­bar. War­um er nun seit ei­nem knap­pen Mo­nat im Bür­ger­meis­ter­amt tä­tig ist? „Was bei der Was­ser­ret­tung pas­siert ist, hat mit sei­ner heu­ti­gen Tä­tig­keit nichts zu tun“, heißt es aus dem Bü­ro Nagl.

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