Um­den­ken nö­tig

Kleine Zeitung Steiermark - - FRONT PAGE - Her­bert Hödl,

Im­mer wie­der kommt die Mah­nung, dass in Ös­ter­reich wert­vol­ler Bo­den ver­sie­gelt wird. Nüt­zen tut es lei­der nichts, sol­che Bei­trä­ge zu schrei­ben, denn so­lang es in Ös­ter­reich schick ist, sein Ein­fa­mi­li­en­haus in die Na­tur zu set­zen und da­mit die in­ef­fi­zi­en­tes­te Wohn­form zu wäh­len, wel­che es gibt, was die Flä­chen­nut­zung be­trifft, wird sich auch in den nächs­ten Jahr­zehn­ten nichts dar­an än­dern. Und mit­ver­ant­wort­lich ist hier die Po­li­tik, die ei­ne weit­läu­fi­ge Zer­sie­de­lung des Rau­mes zu­lässt. Die dar­aus fol­gen­den Mehr­kos­ten für die Er­rich­tung und Be­trei­bung der In­fra­struk­tur und die Um­welt­schä­den wer­den ger­ne ver­nach­läs­sigt, denn es zah­len eh die Steu­er­zah­ler.

Ein Um­den­ken muss hier so­wohl im Kopf der Ein­zel­nen, aber auch in den für die Raum­pla­nung ver­ant­wort­li­chen Po­li­ti­ker­köp­fen statt­fin­den. Kos­ten für Um­welt­schä­den müs­sen end­lich mo­ne­tär auf die ein­zel­nen Bür­ger um­ge­wälzt wer­den, da­mit len­ken­de Maß­nah­men auch grei­fen kön­nen. Denn wenn gu­te 90 Pro­zent der Ös­ter­rei­cher die kom­ple­xen Zu­sam­men­hän­ge ih­res ei­ge­nen Kon­sum­ver­hal­tens auf die Ge­sell­schaft und Um­welt nicht er­ken­nen kön­nen oder es ih­nen bloß aus Be­quem­lich­keits­grün­den und Kos­ten­lo­sig­keit egal ist, darf man nicht mit ei­ner Frei­wil­lig­keit rech­nen. Un­ter den Fehl­ent­schei­dun­gen von heu­te müs­sen wir mor­gen al­le lei­den.

Ma­thi­as Ca­l­a­bot­ta, MSC, Graz

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