Der Prinz, der ger­ne aus sei­ner Rol­le fiel

War­um vie­le Bri­ten ge­ra­de Har­ry in ihr Herz schlos­sen und wie der 33-Jäh­ri­ge reif­te.

Kleine Zeitung Steiermark - - FREITAG, 18. MAI 2018 -

es so et­was wie be­herz­tes Re­bel­len­tum im bri­ti­schen Kö­nigs­haus ge­ge­ben, war da­für lan­ge Zeit Prinz Har­ry (ei­gent­lich heißt erhen­ry Charles Al­bert Da­vid of Wa­les) zu­stän­dig. Dia­nas Zweit­ge­bo­re­ner er­blick­te am 15. Sep­tem­ber 1984 das Licht der­welt, als es um die Ehe sei­ner Mut­ter mit Prinz Charles schon ei­ni­ger­ma­ßen übel be­stellt war.

Zu­erst ein Schei­dungs­ver­wun­de­ter, dann­wai­se – das Le­ben hat­te sehr früh schwe­re Prü­fun­gen für den Rot­schopf pa­rat. Har­ry re­agier­te dar­auf mit für Her­an­wach­sen­de nach­voll­zieh­ba­rem Ver­hal­ten. Igno­rie­ren und re­vol­tie­ren. Die Zeit im In­ter­nat von Eton war müh­se­lig, Halt gab ihm in wei­te­rer Fol­ge die Ar­mee. War Bru­der­wil­li­am von Kind­heit an eher der Kom­man­dant, so ge­fiel sich Har­ry in der Rol­le des Sol­da­ten – was er auch wur­de: „Ich ren­ne gern durch schlam­mi­ge­was­ser­grä­ben, so bin ich eben.“2015 leg­te er die Of­fi­ziers­uni­form ab, sei­ne Mis­sio­nen hat­ten „Har­ry­wa­les“, wie ihn sei­ne Ka­me­ra­den nann­ten, bis nach Af­gha­nis­tan ge­führt.

Ab­seits mi­li­tä­ri­scher Dis­zi­plin neig­te der lan­ge als Heiß­sporn Be­kann­te, im Grun­de aber Sen­si­ble zu Fehl­trit­ten. Al­ko­hol ließ er auf Fei­ern nicht lan­ge ste­hen, 2005 hielt er es für ei­ne gu­te Idee, sich auf ei­ner Par­ty als Na­zi zu kos­tü­mie­ren. 2012 tauch­ten Fo­tos auf, die ihn beim Bil­lard­spie­len im Ho­tel zeig­ten – da­bei trug er nichts au­ßer ei­nem Lä­cheln und zeig­te sei­nen klei­nen Prin­zen her. Heu­te wirkt Har­ry ge­fes­tigt und ge­win­nend. Dass er 2017 öf­fent­lich von psy­chi­schen Qua­len nach dem Ver­lust sei­ner­mut­ter und von heil­sa­men­the­ra­pi­en sprach, ließ ihn in der Gunst des Vol­kes wei­ter stei­gen. Mit Rang sechs in der Thron­fol­ge (sie­he Gra­fik rechts) lebt er gut: „Gibt es je­man­den in der Kö­nigs­fa­mi­lie, der Kö­nig oder Kö­ni­gin­wer­den will? Ich den­ke nicht, aber wir wer­den un­se­re Pflicht zur rech­ten Zeit er­fül­len“, so die er­staun­lich tro­cke­ne Ein­schät­zung sei­ner be­ruf­li­chen Aus­sich­ten.

Frau­en war er man­che Ver­su­chung wert: Mit 27 klag­te er, wie schwie­rig es sei, die Rich­ti­ge zu fin­den. Sei­ne Her­kunft lö­se Reaktionen wie „Mein Gott, er ist ein Prinz!“aus. Sein Rang stün­de ihm oft im­weg. „Es hängt ja auch noch ein Job dar­an“: Es müs­se ei­ne sein, die be­reit ist, „die­se Rol­le an­zu­neh­men“. Dies dürf­te nun ge­lun­gen sein.

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