„Ich bin der To­te vom Pa­ckerl“

Kronen Zeitung - - Ös­ter­reich - VON SAN­DRA RAM­SAU­ER

Sie sol­len ab­schre­cken, Men­schen den Ta­bak­kon­sum ver­der­ben, auf­rüt­teln. Das tun sie al­le­mal, die neu­en Schock­bil­der auf Zi­ga­ret­ten­pa­ckerln. Vor al­lem je­nes, das ei­nen in­tu­bier­ten Mann zeigt. Be­reits zwei Frau­en wol­len ih­re ver­stor­be­nen Män­ner wie­der­er­kannt ha­ben. Jetzt sagt ein Po­le: „Ich bin der To­te vom Pa­ckerl!“

„Schau­en Sie“, sagt ein wild­frem­der Mann mit Nach­druck zu den „Kro­ne“-Re­por­tern. „Das bin ich. Ganz si­cher.“Er schließt die Au­gen, öff­net den Mund und stellt das Zi­ga­ret­ten-Schock­bild nach. „Ich bin der To­te vom Pa­ckerl.“Ja­roslaw Ja­wor­ski ist Po­le, vor zwei Jah­ren lag er in ei­nem Wie­ner Spi­tal im Ko­ma – ge­nau dort ha­be ihn ir­gend­je­mand fo­to­gra­fiert und das Bild ver­kauft – oh­ne sei­ne Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung. „Ich wur­de vom Mi­nis­te­ri­um ge­fragt, ha­be aber nie un­ter­schrie­ben“, be­haup­tet der Mann.

Jetzt kämpft er um fi­nan­zi­el­le Ent­schä­di­gung. Ku­ri­os: Ja­wor­ski ist nicht der Ers­te, der sich als „un­frei­wil­li­ges Ab­schre­ckungs­op­fer“sieht. Ei­ne Nie­der­ös­ter­rei­che­rin klag­te die Re­pu­blik, weil sie ih­ren to­ten Mann wie­der­er­kannt ha­ben will – jetzt er­hebt auch die Wie­ne­rin Eli­sa­beth nicht we­ni­ger schwe­re Vor­wür­fe: „Das ist mein Ex-Mann.“2001 starb er an Lun­gen­krebs im Kran­ken­haus Lainz. Die EU-Kom­mis­si­on winkt ab: Bei dem Fo­toTe­sti­mo­ni­al hand­le es sich um ei­nen deut­schen Schau­spie­ler, heißt es. Sein Na­me wird nicht ver­ra­ten: Da­ten­schutz!

Wer ist der Mann auf dem Schock­bild? Wie­ne­rin (o.) meint, ihr ExMann. Jetzt sagt ein Po­le ganz klar: „Ich bin der To­te.“

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