Neu­er Kri­mi um Euro­figh­ter- De­al

Das Du­ell der Di­ven

Kronen Zeitung - - ERSTE SEITE -

Einst

un­ter­hiel­ten sie ge­mein­sam ihr Pu­bli­kum. Ir­gend­wann ent­wi­ckel­ten sie sich aus­ein­an­der. Nun stan­den An­na Netreb­ko und Elī­na Ga­ranča gleich­zei­tig im Mit­tel­punkt. Don­na An­na wur­de zur Kam­mer­sän­ge­rin er­nannt, Ga­ranča prä­sen­tier­te ih­re Klas­sik- Ga­la. Was die ei­ne der an­de­ren über die „ Kro­ne“aus­rich­ten ließ - ADABEI.

Wi­en.-Je­des Mil­li­ar­den de­sas­ter die­ser Re­pu­blik be­ginnt mitd er Un­schulds ver­mu­tung. Die­se gilt auch im ak­tu­el­len Fall um den Ab­fang­jä­ger- De­al: Wie von der „ Kro­ne“be­rich­tet, er­folg­ten Straf­an­zei­gen we­gen schwe­ren Be­trugs und Täu­schung ge­gen den Euro­figh­ter- Kon­zern beim Kauf der Jets. Es geht um ei­ne Scha­dens­sum­me von 1,1 Mil­li­ar­den Eu­ro. Ein­ge­bracht wor­den ist die An­zei­ge am Don­ners­tag um 8.29 Uhr. Trei­ben­de Kraft ist Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Hans P et erDo­sko­zil. Ver­bun­den mit der Er­war­tung, dass der Staat und da­mit die Steu­er­zah­ler ihr Geld zu­rück­be­kom­men.

Kon­kret hat das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ge­gen Air­bus, ehe­mals der EADSKon­zern, in der Cau­sa Euro­figh­ter ges­tern Straf­an­zei­ge er­stat­tet. Es geht um den Ver­dacht der arg­lis­ti­gen und be­trü­ge­ri­schen Täu­schung. Die Re­pu­blik Ös­ter­reich schließt sich dem Straf­ver­fah­ren als Pri­vat­be­tei­lig­te an und ver­langt Scha­den­er­satz in ei­ner Hö­he von vor­erst 184 Mil­lio­nen Eu­ro.

Ei­ne seit mehr als vier Jah­ren un­ter dem Deck­na­men „ Ope­ra­ti­on Mi­ner­va“er­mit­teln­de Son­der­ein­heit hat nach mas­si­ver Be­schleu- ni­gung ih­rer Ar­beit durch Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Hans Peter Do­sko­zil aus­rei­chend Ma­te­ri­al zu­sam­men­ge­tra­gen, um den Rechts­weg ge­gen den Euro­figh­ter- Kon­zern be­schrei­ten zu kön­nen.

Die Schmier­gel­der vom Steu­er­zah­ler mit­fi­nan­ziert

Laut Do­sko­zil lie­gen nun „ kla­re Be­wei­se vor, dem­nach Air­bus und die Euro­figh­ter Jagd­flug­zeug Gm­bH trotz bes­se­ren Wis­sens die Re­pu­blik Ös­ter­reich wis­sent­lich und vor­sätz­lich ge­täuscht ha­ben“. Durch die­se Täu­schung sei der Re­pu­blik „ ein enor­mer Scha­den ent­stan­den“. Der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter er­klärt, dass es von ihm „ nicht ak­zep­tiert wer­den kann, dass die Steu­er­zah­ler über den Kauf­preis für die Euro­figh­ter letzt­lich auch die Schmier­gel­der mit­fi­nan­ziert“hät­ten.

Der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter, der ge­mein­sam mit dem

Prä­si­den­ten der Fi­nanz­pro­ku­ra­tur, Wolf­gang Pe­schorn, Wirt­schafts­prü­fern, bri­ti­schen und ös­ter­rei­chi­schen An­wäl­ten sei­ne Li­nie ge­plant hat, er­klärt sinn­ge­mäß: Oh­ne die Täu­schungs­hand­lun­gen von Air­bus und der Euro­figh­ter Jagd­flug­zeug Gm­bH hät­te sich die Re­pu­blik Ös­ter­reich nicht für den An­kauf der Euro­figh­ter ent­schie­den.

Nach der jetzt ein­ge­brach­ten An­zei­ge sind die Er­war­tun­gen hoch, dass es mög­li­cher­wei­se doch noch ge­lingt, dass die Re­pu­blik ei­nen gro­ßen An­teil der Kauf­sum­me wie­der zu­rück­be­kommt. Laut Mei­nung füh­ren­der Ju­ris­ten ist es bei ent­spre­chen­den An­stren­gun­gen der Jus­tiz durch­aus mög­lich, dass das Ver­fah­ren be­reits in ei­nem Jahr ab­ge­schlos­sen sein könn­te. Aus frü­he­ren ver­gleich­ba­ren Fäl­len weiß man al­ler­dings, dass auch die Ge­gen­sei­te an­walt­lich auf­rüs­ten und ver­su­chen wird, den Pro­zess zu ver­schlep­pen. In der Cau­sa Euro­figh­ter sind je­doch Ver­tei­di­gungs­mi­nis- ter Hans Peter Do­sko­zil und sein Team ent­schlos­sen, nicht lo­cker­zu­las­sen und den Druck in je­der Hin­sicht auch noch zu ver­stär­ken.

Trä­ger­ra­ke­te für Kor­rup­ti­on

Ab­seits der Scha­den­er­satz­for­de­run­gen hat Do­sko­zil dem Ver­fah­ren be­reits ges­tern auch ei­ne schar­fe po­li­ti­sche No­te ge­ge­ben. Der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter spielt da­bei ins­be­son­de­re auch auf die be­rühm­ten „ Ge­gen­ge­schäf­te“an. Hans Peter Do­sko­zil sagt, dass Ge­gen­ge­schäf­te bei Rüs­tungs­fra­gen „ of­fen­sicht­lich ei­ne idea­le Trä­ger­ra­ke­te für Kor­rup­ti­on, Miss­wirt­schaft und Geld­wä­sche“sei­en.

We­nig über­ra­schend hat der Luft­fahrt­kon­zern Air­bus am Don­ners­tag die Vor­wür­fe der vom Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ein­ge­brach­ten An­zei­ge „ in al­ler Deut­lich­keit zu­rück­ge­wie­sen“.

Fo­to­mon­ta­ge/ Fo­tos: Tisch­ler, Tu­ma, Fo­to­lia

Mi­nis­ter Hans Peter Do­sko­zil ge­mein­sam mit Fi­nanz­pro­ku­ra­tur- Chef Pe­schorn ( links) und Ge­ne­ral­ma­jor Ham­ber­ger ge­gen den Rüs­tungs­kon­zern.

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