Es zählt die Tat, nicht die Show

Kronen Zeitung - - POLITIK - claus. pan­di@ kro­nen­zei­tung. at

Viel­leicht ist es der Po­li­zist in Hans Peter Do­sko­zil und noch mehr der Ju­rist im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter, der ihn jetzt auch in der Cau­sa Euro­figh­ter so ent­schlos­sen ge­gen Un­recht und Kor­rup­ti­on mar­schie­ren lässt. Mög­li­cher­wei­se hat es ein­fach nur mit Do­sko­zils ge­sun­dem Ur­teils­ver­mö­gen und An­stand zu tun, dass der 46- jäh­ri­ge Bur­gen­län­der kei­ne Angst da­vor hat, sich mit ei­nem fi­nan­zi­ell po­ten­ten und ent­spre­chend ein­fluss­rei­chen Rüs­tungs­kon­zern an­zu­le­gen.

Do­sko­zil ist we­ni­ger der Mann der gro­ßen Show oder der glatt ge­bürs­te­ten Ins­ze­nie­rung. Do­sko­zil ist vor al­lem der Typ der Tat. Ei­ner, der lan­ge schweigt und dann um­so fes­ter zu­schlägt.

Jetzt hat es sich in po­li­ti­schen Kom­men­ta­ren sel­ten be­währt, Po­li­ti­ker zu lo­ben. Meis­tens kas­siert man als Au­tor da­für bö­se Le­ser­brie­fe. Doch im Fall von Hans Peter Do­sko­zil geht es nicht an­ders. Zum Weg, den Do­sko­zil nun be­schrei­tet, kann man nur sa­gen: Re­spekt, Herr Bun­des­mi­nis­ter.

Aber ne­ben der Hoch­ach­tung für Do­sko­zil be­schleicht ei­nen auch ei­ne we­ni­ger ed­le Re­gung. Es ist der Wunsch, dass es nicht un­ge­sühnt blei­ben darf, was je­ne mut­maß­li­chen Strip­pen­zie­her da­mals in den 2000erJah­ren beim Euro­figh­ter­kauf ge­tan ha­ben. Aus wel­chen bil­li­gen oder ei­gent­lich eher teu­ren Mo­ti­ven auch im­mer.

Ein Skan­dal kann auch sein Gu­tes ha­ben, wenn am En­de die Ver­ant­wort­li­chen zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wer­den. Das wirkt dann zu­min­dest für ei­ni­ge Zeit wie ei­ne Rei­ni­gung für Staat und Po­li­tik.

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