Schwer­ar­beit trotz Di­enst­frei­stel­lung?

Kronen Zeitung - - WIRTSCHAFT -

Auf die­se Ko­lum­ne wird es ver­mut­lich ei­ni­ge bö­se Re­ak­tio­nen ge­ben, man wird mir z. B. un­ter­stel­len, ein Ge­werk­schafts­feind zu sein. Was ich kei­nes­wegs bin, im Ge­gen­teil: Ge­ra­de der ÖGB hat meist ei­ne sehr ver­ant­wor­tungs­vol­le Rol­le ein­ge­nom­men, das trifft auch für vie­le Be­triebs­rä­te zu.

Das gilt aber nicht für al­le - und jetzt kommt es: In ei­nem Spi­tal ist ei­ne Kran­ken­schwes­ter tä­tig. Nach den ers­ten Jah­ren ih­rer Tä­tig­keit wird sie ab 1. 1. 2006 als Zen­tral­be­triebs­rats­vor­sit­zen­de vom Di­enst frei­ge­stellt. War­um das wich­tig ist? Weil die gu­te Da­me bei ih­rem Über­tritt in den Ru­he­stand ei­ne „ Schwer­ar­beits­pen­si­on“ein­ge­klagt hat. Ja, Sie ha­ben rich­tig ge­le­sen: Wäh­rend die Kol­le­gin­nen der fa­mo­sen Be­triebs­rä­tin die Pa­ti­en­ten schlep­pen und ver­sor­gen muss­ten, was zwei­fel­los Schwer­ar­beit dar­stellt, hat sie bis 31. Jän­ner 2016 ei­ne ver­hält­nis­mä­ßig ru­hi­ge Ku­gel als frei­ge­stell­te Be­triebs­rä­tin ge­scho­ben. Kei­ne fa­mi­li­en­feind­li­che Nacht­schicht, kei­ne kör­per­li­chen Be­las­tun­gen. Den­noch hat sie für sich ei­ne „ Schwer­ar­bei­ter­pen­si­on“ein­ge­klagt!

Wie sie auf die­se Idee ge­kom­men ist? Als Be­triebs­rä­tin dür­fe sie ja nicht schlech­ter ge­stellt wer­den. Eh nicht - aber oh­ne Schwer­ar­beit ei­ne Schwer­ar­bei­ter­pen­si­on?

Das war selbst dem Obers­ten Ge­richts­hof zu viel. Er hat die Kla­ge der dienst­frei­ge­stell­ten Be­triebs­rä­tin auf ei­ne „ Schwer­ar­bei­ter­pen­si­on“ab­ge­schmet­tert. Die­sem Urteil ist nichts hin­zu­zu­fü­gen . . .

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