Kran­kes Sys­tem

Kronen Zeitung - - WIRTSCHAFT -

Es hat schon sei­nen Grund, war­um wir zu­letzt mehr­fach im „ Kro­ne“- Wirt­schafts­ma­ga­zin über Pro­ble­me und Re­form­be­darf bei den Kran­ken­kas­sen bzw. So­zi­al­ver­si­che­run­gen be­rich­tet ha­ben.

Al­le zah­len glei­che Bei­trä­ge, die Leis­tun­gen sind aber bei je­der Kas­se ver­schie­den. Bei den Selbst­be­hal­ten gibt es enor­me Un­ter­schie­de. Die Am­bu­lan­zen, Kur- und Re­ha- An­stal­ten wer­den groß­teils un­wirt­schaft­lich ge­führt. Die Struk­tur mit den über 20 ver­schie­de­nen Trä­gern ist über­holt und zu teu­er.

Das al­les ist seit lan­gem be­kannt. Doch Ken­ner des Sys­tems wis­sen, dass die groß­spu­ri­gen An­kün­di­gun­gen von Re­for­men, die es zu­letzt von­sei­ten der Po­li­tik gab, in Wahr­heit nur Sei­fen­bla­sen sind. Je­de Wo­che ei­ne neue Stu­die für al­te, längst be­kann­te Pro­ble­me.

Die mit ro­ten und schwar­zen Funk­tio­nä­ren durch­tränk­te „ Selbst­ver­wal­tung“schafft bei Ent­schei­dun­gen nur den kleins­ten ge­mein­sa­men Nen­ner, und der ist sehr nied­rig. Das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um als Auf­sichts­be­hör­de agiert be­hä­big und zeigt nicht wirk­lich Re­form­wil­len. Schließ­lich will ein ro­ter Mi­nis­ter den ro­ten Ge­werk­schaf­ten, die vie­le Kran­ken­kas­sen do­mi­nie­ren, nicht wirk­lich weh­tun. Dass der Haupt­ver­band, der un­ter der sei­ner­zei­ti­gen ÖVP/ FPÖ- Re­gie­rung von Rot auf Schwarz „ um­ge­färbt“wur­de, kei­ne wirk­li­chen Kom­pe­ten­zen hat, ist vie­len wohl ganz recht.

So wird wohl wei­ter viel Geld nicht zu den Pa­ti­en­ten, son­dern in die Ver­wal­tung die­ses kran­ken Sys­tems rin­nen.

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