Fa­mi­li­en­tra­gö­die for­der­te vier To­te

Töch­ter und Gat­tin in Haus er­mor­det Tä­ter stirbt nach Sprung aus Fens­ter Amok- Tra­gö­die löst Be­stür­zung aus

Kronen Zeitung - - Erste Seite -

Bei ei­ner Fa­mi­li­en­tra­gö­die tö­te­te ein 38Jäh­ri­ger sei­ne Frau und die bei­den Töch­ter. Da­nach be­ging der Vor­arl­ber­ger Selbst­mord durch ei­nen Fens­ter­sprung.

Ei­ne schreck­li­che Fa­mi­li­en­tra­gö­die hat sich in der Nacht auf Sams­tag in Ho­hen­ems er­eig­net: Ein tür­kisch­stäm­mi­ger Vor­arl­ber­ger ( 38) tö­te­te sei­ne Ehe­frau ( 33) und die ge­mein­sa­men bei­den Töch­ter. Da­nach stach sich der Ra­sen­de selbst mit dem Mes­ser in den Brust­be­reich und sprang aus dem Ba­de­zim­mer­fens­ter. Dem Mann wur­de vor ei­nem Mo­nat ein Be­tre­tungs­ver­bot auf­er­legt, trotz­dem ver­schaff­te er sich Zu­tritt zur Woh­nung.

Selbst lang­jäh­ri­ge Po­li­zei­be­am­te wa­ren beim An­blick des Tat­orts in ei­nem Ho­hen­em­ser Wohn­block er­schüt­tert: Drei Lei­chen la­gen in der Woh­nung im drit­ten Stock, die bei­den klei­nen Mäd­chen im Wohn­zim­mer, die Ehe­frau in der Kü­che. Der Tä­ter selbst sprang nach sei­ner Wahn­sinns­tat aus dem Fens­ter – und über­leb­te es nicht!

Noch ist nicht ganz klar, wie es zu der Tat kam, fest steht nur, dass Ta­rik H. seit 13 Jah­ren ver­hei­ra­tet war – und dass es im­mer wie­der Streit zwi­schen den Ehe­part­nern gab. Nach­barn be­rich­ten so­gar von ei­ner so ge- nann­ten On- Off- Be­zie­hung. Mal krach­te es, mal zeig­te man sich wie­der ver­söhnt. So wur­den die bei­den erst vor we­ni­gen Ta­gen am Ho­hen­em­ser Schloss­platz eng um­schlun­gen ge­sich­tet – und das, ob­wohl ge­gen den Ehe­mann am 7. Au­gust ein Be­tre­tungs­ver­bot zur Fa­mi­li­en­woh­nung aus­ge­spro­chen wur­de. Der Grund: Ge­walt!

Fra­gen blei­ben of­fen: Mann die Tür ge­öff­net?

Da­bei dürf­te Ta­rik H. sei­ne Ag­gres­sio­nen in der Ver­gan­gen­heit aus­schließ­lich an sei­ner Frau aus­ge­las­sen ha­ben, sei­ne bei­den Töch­ter ver­schon­te er. Über­haupt soll er sich als „ lie­be­vol­ler Va­ter“prä­sen­tiert ha­ben, er­zäh­len die scho­ckier­ten Nach­barn. Wie der Tä­ter in die Woh­nung kam, ist noch Ge­gen­stand der Er­mitt­lun­gen, Schlüs­sel hat man bei ihm kei­ne ge­fun­den. Mög­lich al­so, dass die Ehe­frau selbst ih­ren Mör­der in die Woh­nung ließ.

Nach­barn mel­de­ten ge­gen 4 Uhr mor­gens, dass sie Strei­te­rei­en und Schreie ge­hört ha­ben. We­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter traf die Po­li­zei­strei­fe

ein – und stand vor ei­ner ver­schlos­se­nen Woh­nung. Als die Be­am­ten die Tü­re auf­bra­chen, fan­den sie drei blut­über­ström­te Lei­chen.

Der Tä­ter dürf­te sich zu die­sem Zeit­punkt noch in der Woh­nung auf­ge­hal­ten ha­ben. Erst beim Ein­tref­fen der Po­li­zei stach er sich mit dem Kü­chen­mes­ser, mit dem er vor­her sei­ne Fa­mi­lie aus­ge­löscht hat­te, in die Brust und sprang aus dem Fens­ter in die Tie­fe.

Un­fass­bar: Laut Spu­ren­si­che­rung tö­te­te Ta­rik H. zu­erst sei­ne Kin­der, dann schlug er mit ei­nem Ham­mer auf die Frau ein und ramm­te ihr da­nach die Klin­ge in den Kör­per. Mo­tiv? Un­klar. Er er­zähl­te im Ort aber im­mer wie­der von „ psy­chi­schen Pro­ble­men“, die ihn pla­gen wür­den . . .

Be­am­te vor dem Wohn­haus in Ho­hen­ems: Die Er­schüt­te­rung war groß.

Von: An­ge­li­ka Dr­nek, San­dra Ram­sau­er, El­red Faisst, Chris­ti­an Schul­ter, Diet­mar Ma­this und Ema­nu­el Wal­ser

Hier sprang der Mann aus dem Fens­ter. Der Tat­ort in Ho­hen­ems wur­de von den Ein­satz­kräf­ten weit­räu­mig ab­ge­rie­gelt.

Bild aus bes­se­ren Zei­ten: Ta­rik H. mit sei­nen bei­den klei­nen Töch­tern im Ur­laub.

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