1,038.100 To­des­op­fer

Kronen Zeitung - - Politik - chris­ti­an. hau­en­stein@ kro­nen­zei­tung. at

Der Ober­be­fehls­ha­ber der US-Atom­streit­kräf­te, der Vier- Ster­ne- Ge­ne­ral John E. Hy­ten, hat jüngst be­stä­tigt, dass Nord­ko­rea bei sei­nem jüngs­ten Atom­test am 3. Sep­tem­ber tat­säch­lich ei­ne Was­ser­stoff­bom­be ge­zün­det hat. Das Aus­maß der De­to­na­ti­on „ weist dar­auf hin, dass es ei­ne Was­ser­stoff­bom­be war“, sag­te Hy­ten.

Was­ser­stoff­bom­ben ba­sie­ren im Ge­gen­satz zu her­kömm­li­chen Atom­bom­ben nicht auf Kern­spal­tung, son­dern auf durch Kern­spal­tung aus­ge­lös­te Kern­schmel­ze und da­mit über ein Viel­fa­ches der Zer­stö­rungs­kraft. Die Bom­be, die Dik­ta­tor Kim Jong- un am 3. De­zem­ber zün­den ließ, schät­zen Ex­per­ten auf 250 bis 350 Ki­lo­ton­nen TNT – das ent­sprä­che der 19- bis 27- fa­chen Zer­stö­rungs­kraft der Bom­be von Hi­ro­shi­ma.

Si­mu­liert man ei­nen An­griff auf die süd­ko­rea­ni­sche Haupt­stadt Seoul und de­ren rund zehn Mil­lio­nen Ein­woh­ner mit ei­nem 300Ki­lo­ton­nen- Spreng­satz er­rech­net ein spe­zi­el­les Com­pu­ter­pro­gramm na­mens Nu­ke­map, das auf den Da­ten des An­grif­fes auf Hi­ro­shi­ma ba­siert, dass 1,038.100 Men­schen so­fort ge­tö­tet wür­den, wei­te­re 2,7 Mil­lio­nen Men­schen wür­den ver­letzt. Nicht be­rück­sich­tigt sind bei die­sen Zah­len die To­des­op­fer, die die Brän­de in Fol­ge der De­to­na­ti­on for­dern wür­den, so­wie je­ne Men­schen, die spä­ter auf­grund der Ver­strah­lung ihr Le­ben ver­lie­ren wür­den.

An­ge­sichts solch in­fer­na­ler Hor­ror- Sze­na­ri­en kann man nur be­ten, dass der Welt ein Krieg ge­gen Nord­ko­rea er­spart blei­ben wird.

Kims jüngs­ter Ra­ke­ten­test ( sie­he auch In­ter­view mit Rai­mund Löw im Blatt­in­ne­ren).

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