Hän­de weg vom Ei­gen­tum

Kronen Zeitung - - Politik - www. der- mit­tel­stand. at ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

In Ös­ter­reich wer­den prak­tisch al­le Ver­mö­gens­er­trä­ge be­steu­ert – zum Bei­spiel Spar­buch­zin­sen, Miet­ein­nah­men, Di­vi­den­den, Im­mo­bi­li­en­er­trä­ge. In letz­ter Zeit wird im­mer wie­der die For­de­rung er­ho­ben, auch die Sub­stanz des Ei­gen­tums zu be­steu­ern, et­wa durch ei­ne Erb­schafts­steu­er. Die Be­grün­dung lau­tet: Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit!

Ei­ne ei­gen­ar­ti­ge Vor­stel­lung von Ge­rech­tig­keit, je­man­dem et­was von sei­nem Ei­gen­tum weg­zu­neh­men, ihn teil­wei­se zu ent­eig­nen! Dies ent­spricht der lin­ken Ur­alt- Ideo­lo­gie „ Ei­gen­tum ist Dieb­stahl“( Pier­re Proud­hon, 1840). Ei­gen­tum ist aber ein star­ker Grund­wert in ei­ner frei­en Wirt­schafts- und Ge­sell­schafts­ord­nung und ein wich­ti­ges In­stru­ment der Al­ters­vor­sor­ge.

Oft hört man: „ Es trifft oh­ne­hin nur die Su­per- Rei­chen“. Die Wahr­heit sieht lei­der an­ders aus: Im Jahr 2006, knapp vor Au­ßer­kraft­tre­ten der frü­he­ren Erb­schafts­steu­er gab es 62.000 Erb­schafts­steu­er­fäl­le, da­von nur 16 (!) Fäl­le über 1 Mio. Eu­ro. Bei die­sen we­ni­gen Fäl­len hat es sich au­ßer­dem ganz über­wie­gend um Be­triebs­ver­mö­gen ge­han­delt, al­so letzt­lich um Ar­beits­plät­ze. Was heißt das: Sie sa­gen Mil­lio­när und mei­nen uns al­le!

Ei­ne Erb­schafts­steu­er ist ex­trem ei­gen­tums- und mit­tel­stands­feind­lich, in der Wirt­schaft wachs­tums­schäd­lich und bü­ro­kra­tisch. Au­ßer­dem ist sie fa­mi­li­en­feind­lich: Wenn El­tern ihr gan­zes Le­ben hart ge­ar­bei­tet, Steu­ern ge­zahlt und sich Ei­gen­tum ge­schaf­fen ha­ben, wür­den die Kin­der durch ei­ne Erb­schafts­steu­er zum Teil ent­erbt bzw. ent­eig­net wer­den. Wir sa­gen da­her: Hän­de weg vom Ei­gen­tum!

Dr. Gün­ter Stumm­voll, Spre­cher der Platt­form für Leis­tung und Ei­gen­tum

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