„ Die Tö­tungs­art spricht für ei­ne Tat im Af­fekt“

Kronen Zeitung - - Österreich -

Herr Pri­mar Dr. Hal­ler, stimmt der sub­jek­ti­ve Ein­druck, dass sich Fäl­le wie der ak­tu­el­le in Ho­hen­ems in letz­ter Zeit häu­fen?

Ja, er­wei­ter­te Mor­de wer­den häu­fi­ger. Ab­ge­nom­men ha­ben da­ge­gen er­wei­ter­te Sui­zi­de, al­so Fäl­le, in de­nen ei­ne schwer de­pres­si­ve Per­son sich selbst und al­le An­ge­hö­ri­gen von die­ser „ schreck­li­chen Welt“er­lö­sen will. Die­ser Fall hier ist aber ein er­wei­ter­ter Mord: Man will sich nichts mehr ge­fal­len las­sen, vor al­lem in ei­ner lan­gen part­ner­schaft­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung, und kommt

mit ei­ner „ tod­si­che­ren“Lö­sung da­her.

Ist der Tä­ter im kon­kre­ten Fall nicht be­son­ders bru­tal vor­ge­gan­gen?

Die Tö­tungs­art u. a. durch Er­schla­gen spricht im­mer da­für, dass die Tat nicht vor­ab ge­plant war, denn sonst hät­te man sich ein pas­sen­des Werk­zeug ge­sucht. Es war al­so ei­ne Tat aus ei­nem hef­ti­gen Af­fekt her­aus.

War­um sind es meist Män­ner, die ih­re Fa­mi­li­en aus­lö­schen?

Män­ner ge­hen mit Span­nun­gen we­ni­ger gut um als Frau­en und su­chen da­her eher die ra­sche und auch bru­ta­le Lö­sung.

Psych­ia­ter Rein­hard Hal­ler ana­ly­siert Tra­gö­die.

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