To­tal­ver­bot für ge­fähr­li­chen Un­kraut­ver­nich­ter ge­for­dert

EU- Agen­tur schrieb von Chem ie­rie­sen ab Kon­se­quen­zen

Kronen Zeitung - - Österreich - Mark Per­ry

Ist der EU das Wohl­er­ge­hen ih­rer Bür­ger egal? Die­se Fra­ge stellt sich nach dem jüngs­ten Skan­dal um das um­strit­te­ne Her­bi­zid Gly­pho­sat! Nun stell­te sich her­aus, dass die Eu­ro­päi­sche Agen­tur für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit die Ri­si­ko­be­wer­tung des brand­ge­fähr­li­chen Mit­tels di­rekt und wort­wört­lich (!) von Monsan­to ab­ge­schrie­ben hat.

„ An­ge­sichts die­ses Skan­dals in Brüs­sel darf auch die ÖVP auf kei­nen Fall ei­ner Zu­las­sungs­ver­län­ge­rung von Gly­pho­sat zu­stim­men. Die EU strebt ja be­kannt­lich ei­ne Ge­neh­mi­gung auf wei­te­re zehn Jah­re an“, em­pö­ren sich Gre­en­peace- Chef Alex­an­der Egit und GLO­BAL-2000- Um­welt­che­mi­ker Her­wig Burt­scher. Wie be­reits be­rich­tet, hat­te vor­erst das Deut­sche Bun­des­in­sti­tut für Ri­si­ko­be­wer­tung auf Punkt und Beistrich die Un­ge­fähr­lich­keits­ar­gu­men­ta­ti­on von Monsan­to über­nom­men, spä­ter auch die EU- Ge­sund­heits­be­hör­de. Mit dem krebs­er­re­gen­den Un­kraut­ver­nich­ter ver­dient der US- Che­mie­rie­se Mil­li­ar­den! Burt­scher: „ Es kann kein Zu­fall sein, dass ge­nau die bri­san­tes­ten Pas­sa­gen, die über die Neu­zu­las­sung ent­schei­den, über­nom­men wur­den…“

Zur Eh­ren­ret­tung un­se­rer hei­mi­schen Bau­ern: Sie set­zen das To­tal­her­bi­zid im­mer we­ni­ger ein und sind nur noch für et­was mehr als 4% am ös­ter­rei­chi­schen Ge­samt­ver­brauch von Round Up ver­ant­wort­lich. Ten­denz sin­kend!

Die Grü­nen mit ih­rer Um­welt- en­ga­gier­ten Spit­zen­kan­di­da­tin Ul­ri­ke Lun­acek un­ter­neh­men je­den­falls im Par­la­ment ei­nen Vor­stoß, ein na­tio­na­les Ver­bot für Gly­pho­sat zu er­wir­ken, an das Land­wirt­schafts­mi­nis­ter An­drä Rupp­rech­ter dann auch in Brüs­sel ge­bun­den wä­re. Eben­so wird die Öko­par­tei ei­ne Palm­öl- Pe­ti­ti­on ein­brin­gen. Spar- Chef Dr. Ger­hard Dr­ex­el ap­pel­liert an al­le Par­tei­en, sich end­lich klar ge­gen die­se um­welt­schäd­li­chen Mit­tel aus­zu­spre­chen: „ Im­mer mehr wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en wei­sen auf ei­ne schwe­re Ge­sund­heits­ge­fähr­dung vor al­lem durch das Her­bi­zid hin. Nicht um­sonst hat sich das gro­ße Agrar­land Frank­reich für ein To­tal­ver­bot aus­ge­spro­chen. War­um das ver­gleichs­wei­se klei­ne Ös­ter­reich nicht nach­zieht, ist mir un­er­klär­lich. Zu­mal schon Hun­der­te Ge­mein­den auf den Ein­satz des Mit­tels im kom­mu­na­len Be­reich ver­zich­ten.“

Leuch­ten­des Öko­bei­spiel: In den Bun­des­gär­ten wird Un­kraut hän­disch ge­jä­tet.

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