ER WAR IN NORD­KO­REA

Kronen Zeitung - - Interview -

Ge­bo­ren am 18. De­zem­ber 1951 in Wi­en. Der His­to­ri­ker und Pu­bli­zist war ORF- Kor­re­spon­dent in Mos­kau, Wa­shing­ton, Brüs­sel, Pe­king. Im März die­ses Jah­res re­cher­chier­te er ei­ne Wo­che lang im iso­lier­tes­ten Staat der Welt, sei­ne Nord­ko­rea- Do­ku ( Fo­to re.) lief im „ Welt jour­nal“. Aus­ge­zeich­net mit dem Axel- Cor­tiP­reis, au­ßen­po­li­ti­scher Jour­na­list des Jah­res 2011. Ver­hei­ra­tet mit der Psy­cho­lo­gin Dr. Kers­tin Witt- Löw, zwei er­wach­se­ne Töch­ter.

auf der Welt tref­fen. Das könn­te in der Schweiz sein. Die bei­den könn­ten sich aber auch in Wi­en auf ein Wie­ner Schnit­zel tref­fen – hier gibt es die größ­te nord­ko­rea­ni­sche Bot­schaft in Eu­ro­pa.

Und ei­nen Ex- Bun­des­prä­si­den­ten, der An­fang der 70erJah­re in der nord­ko­rea­ni­schen Ge­sell­schaft saß. Könn­te Heinz Fi­scher ver­mit­teln?

Man muss im­mer im Ge­spräch blei­ben. Das Ge­fähr­lichs­te ist, dass es zwi­schen den Ame­ri­ka­nern und den Nord­ko­rea­nern kei­ne Ge­sprächs­ba­sis gibt. Je­der, der die­se Ge­sprächs­ba­sis her­stel­len kann, wür­de sich gro­ße Ver­diens­te er­wer­ben.

Sie sind mir aus­ge­wi­chen.

Ob es auch Heinz Fi­scher könn­te, kann ich nicht be­ur­tei­len.

Wie schät­zen sie die Rol­le von Do­nald Trump ein?

Ame­ri­ka war im­mer be­re­chen­bar, Nord­ko­rea un­be­re­chen­bar. Die Un­be­re­chen­bar­keit der größ­ten Su­per­macht ist neu in die­ser Welt.

Die Angst da­vor, dass Atom­bom­ben ir­gend­wann zum Ein­satz kom­men, ist groß. Ist sie be­rech­tigt?

Atom­bom­ben sind die Waf­fen der letz­ten In­stanz. Wenn sich ein Staat so be­droht fühlt, dass er kei­nen an­de­ren Aus­weg mehr sieht, dann wer­den sie auch zum Ein­satz kom­men, das ist über­haupt kei­ne Fra­ge.

Sie wa­ren im März die­ses Jah­res in Nord­ko­rea. Wie geht es den Men­schen dort?

Ich ha­be vie­le ver­härm­te Ge­sich­ter ge­se­hen, die Leu­te sind arm und ha­ben Schreck­li­ches er­lebt. Aber sie sind freund­lich und in­ter­es­siert.

Wis­sen sie, dass sie in ei­nem to­ta­li­tä­ren Staat le­ben?

Das sind Men­schen wie Sie und ich. Sie ge­hen mit ih­ren Kin­dern an den Ufer des Flus­ses, um Fuß­ball zu spie­len. Sie freu­en sich, wenn sie ei­nen Es­sens­stand fin­den, und le­ben ih­ren All­tag. Aber na­tür­lich ste­hen die­se Men­schen seit Jahr­zehn­ten un­ter ei­ner to­ta­len Kon­trol­le, sind ab­ge­schot­tet von der Welt.

Wie se­hen sie die USA und den Wes­ten?

Es wird ih­nen ein­ge­trich­tert, dass das die Fein­de sind. Es wird ih­nen ein­ge­trich­tert: Die Ame­ri­ka­ner wer­den uns mor­gen an­grei­fen, je­den Au­gen­blick kann es zum Krieg kom­men, wir müs­sen uns weh­ren, wir müs­sen uns schüt­zen. Da herrscht Kriegs­stim­mung seit Jahr­zehn­ten. Aber die Men­schen wis­sen na­tür­lich, dass das Pro­pa­gan­da ist.

Die US- Bot­schaf­te­rin bei der UNO, Nik­ki Ha­ley, hat ge­meint, der nord­ko­rea­ni­sche Macht­ha­ber bett­le um Krieg. Ge­ben Sie ihr recht?

Nein, denn das ist wie­der­um ame­ri­ka­ni­sche Pro­pa­gan­da.

Hät­ten Sie Kim Jong- un gern in­ter­viewt?

Na­tür­lich, ich ha­be das auch be­an­tragt.

Was wä­re Ih­re ers­te Fra­ge ge­we­sen?

Herr Kim Jong- un, was muss der Rest der Welt tun, da­mit Sie auf­hö­ren, al­le zu be­dro­hen?

Nach ei­ner 40- jäh­ri­gen jour­na­lis­ti­schen Kar­rie­re: Hat man da noch Plä­ne?

Ich bin mit dem ORF- Ge­ne­ral­di­rek­tor und der Fern­seh­di­rek­to­rin im Ge­spräch. Es geht um ei­nen Welt­talk, das soll ei­ne in­ter­na­tio­na­le Talk­show wer­den.

Nord­ko­rea sagt: Er­kennt uns end­lich an wie die of­fi­zi­el­len Atom­staa­ten. Wir ge­hö­ren auch zu die­sem ex­klu­si­ven Klub.

Zwi­schen nord­ko­rea­ni­scher und ame­ri­ka­ni­scher Pro­pa­gan­da: Löw beim „ Kro­ne“- Ge­spräch

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