Mer­kels „ EU- Ru­te“

Kronen Zeitung - - Leserbriefe -

Bis zum Fa­schings­be­ginn ist zwar noch ei­ni­ge Zeit, aber An­ge­la Mer­kel haut schon jetzt ei­ne Wuch­tel nach der an­de­ren her­aus. Für sie kä­me ei­ne „ Flücht­lings­ober­gren­ze“ nie­mals in­fra­ge; man kann nur ra­ten, ob sie da­mit nur Deutsch­land meint oder die gan­ze EU!? Und weil sich vie­le ( ei­gent­lich die Mehr­zahl) der EU- Staa­ten nach wie vor ge­gen ei­ne Auf­nah­me von Asyl­wer­bern stem­men, hat sie nun ei­nen re­gel­rech­ten Bann­strahl in Rich­tung Bu­da­pest ge­schickt: Man wer­de „ dar­über nach­den­ken“, ob Un­garn an­ge­sichts man­geln­der So­li­da­ri­tät über­haupt in der EU blei­ben darf! Dar­auf muss man erst kom­men!

Nicht „ nach­ge­dacht“hat sie frei­lich dar­über, ob sie mit ei­ner sol­chen Zwangs­be­glü­ckung, sprich: bei Or­bán statt bei „ Mut­ti“( von der sich ja vie­le per­sön­lich ein­ge­la­den füh­len) Un­ter­schlupf zu fin­den, den In­ter­es­sen ih­rer „ Schütz­lin­ge“über­haupt ent­spricht. Die hat­ten sich schließ­lich am Ziel ih­rer lan­gen Rei­se et­was ganz an­de­res er­war­tet . . .

Mir kommt das un­ge­fähr so vor: Je­mand sieht auf dem Fo­to ei­nes Ur­laub­s­pro­spek­tes ein tol­les Ho­tel, gleich ne­ben ei­nem lan­gen, prak­tisch lee­ren Strand am Meer. Ei­ne Zim­mer­bu­chung er­folgt dann schnell.

Doch vor Ort an­ge­kom­men, stellt sich die Sach­la­ge plötz­lich ganz an­ders dar: Weil das Haupt­haus der­zeit rap­pel­voll ist, wird der Gast in ein „ Ne­ben­ge­bäu­de“ver­legt. Die­ses liegt weit­ab, bei­na­he dort, wo sich die sprich­wört­li­chen Füch­se „ gu­te Nacht“sa­gen. We­ni­ger Kom­fort, und ge­ges­sen wird im Haupt­haus; das Aus­weich­quar­tier ver­fügt näm­lich über kei­ne Kü­che. Al­so täg­lich lan­ge Fahr­ten hin und her. Ja, und der Strand ist eben­falls weit weg, al­so auch hier wie­der­um wei­te We­ge hin und zu­rück. Man wür­de pro­tes­tie­ren, sich be­schwe­ren und vom Rei­se­bü­ro, wel­ches über nichts von al­le­dem in­for­mier­te, sein Geld zu­rück­ver­lan­gen.

Und Ähn­li­ches, im über­tra­ge­nen Sinn, will die Frau Mer­kel tat­säch­lich je­nen Flücht­lin­gen an­tun, die OH­NE „ Ober­gren­ze“nach Eu­ro­pa kom­men sol­len? Wie stellt sich die Da­me sol­ches ei­gent­lich vor? Zu­erst von ihr per­sön­lich ( samt Sel­fie) ins deut­sche So­zi­al­pa­ra­dies ein­ge­la­den zu sein – und nun sol­len sie beim „ St­a­chel­draht- Vik­tor“un­ter­kom­men? In mei­nen Au­gen wä­re so ei­ne „ Mut­ti“in Wirk­lich­keit nur ei­ne „ Ra­ben­mut­ter“! Sor­ry!!! Hel­mut Ma­gna­na, Wi­en

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.