Ko­ali­ti­ons- Check:Wer kann mit wem? Test nicht be­en­det: Kei­ne Pro­gno­se zu Kern

Kar­ten auf den Tisch! Psy­cho­lo­ge Oth­mar Hill macht den gro­ßen Ko­ali­ti­ons- Check: Wie har­mo­nie­ren die Spit­zen­kan­di­da­ten – ganz un­ab­hän­gig von ih­rer po­li­ti­schen Aus­rich­tung – mit­ein­an­der?

Kronen Zeitung - - Wahl Extra - AUCH AUF KRO­NE. AT, AUF FACE­BOOK UND AUF TWIT­TER

In­ei­nem Orches­ter kommt es dar­auf an, dass a) die Mu­si­ker ihr Fach be­herr­schen, b) die In­stru­men­te auf­ein­an­der ab­ge­stimmt sind, c) al­le mit­ein­an­der wirk­lich Mu­sik ma­chen wol­len und d) al­le ih­ren Teil har­mo­nisch bei­tra­gen. Sonst gibt es nichts als Dis­so­nan­zen. So ge­stal­tet es sich im pri­va­ten wie im be­ruf­li­chen Le­ben: Die Orches­trie­rung gibt den Ton an!

Da­her ist es ent­schei­dend, dass Per­so­nen ein­an­der er­gän­zen, nicht be­krie­gen. In der Po­li­tik wird die­ses Prin­zip meist noch we­ni­ger als in der Wirt­schaft be­ach­tet. Da­her bringt die „ Kro­ne“ei­nen Über­blick, wel­che Spit­zen­kan­di­da­ten aus psy­cho­lo­gi- scher Sicht gut zu­ein­an­der pas­sen könn­ten.

Wich­tig: Bei un­se­rer Ana­ly­se ging es aus­schließ­lich um die Per­sön­lich­keit, ganz un­ab­hän­gig von der po­li­ti­schen Aus­rich­tung und von der rea­len Pro­zent­ver­tei­lung nach der Na­tio­nal­rats­wahl.

Lei­der hat Chris­ti­an Kern un­se­ren Kanz­ler- Check ab­ge­bro­chen. Wir wol­len da­her oh­ne voll­stän­di­ge Ana­ly­se nicht spe­ku­lie­ren, wer mit ihm ko­ali­ti­ons­kom­pa­ti­bel sein könn­te.

Für den Ko­ali­ti­ons- Check schau­en wir uns das Per­sön­lich­keits- Pro­fil der üb­ri­gen fünf Spit­zen­kan­di­da­ten ein­zeln an: Wer eig­net sich als Kanz­ler, wer wä­re viel­leicht ein bes­se­rer Vi­ze­kanz­ler? Und wie har­mo­nie­ren die Po­li­ti­ker mit­ein­an­der?

Se­bas­ti­an Kurz: Als Kanz­ler ver­trägt Kurz sehr gut ei­nen

eher an­ge­pass­ten Vi­ze wie Strolz, je­doch nie­man­den mit zu star­ken Füh­rungs­al­lü­ren. Stra­che könn­te ei­ne pas­sen­de Er­gän­zung sein, wenn die Rol­len­ver­tei­lung ex­akt ab­ge­spro­chen ist. Im Spiel müss­te Kurz den „ Good Cop“mi­men und Stra­che den „ Bad Cop“.

Ul­ri­ke Lu­n­acek: Sie hat ein­deu­tig Kanz­ler- Qua­li­tä­ten, wür­de sich aber mög­li­cher­wei­se auf­grund ih­rer Of­fen­heit leicht an­greif­bar ma­chen. Als Vi­ze­kanz­le­rin ver­steht sich Lu­n­acek rein von ih­rer Per­sön­lich­keit her so-

wohl mit Kurz, als auch mit Pilz und – in­ter­es­san­ter­wei­se – mit Stra­che, weil sie durch ih­re Ethik und Ein­satz­kraft für kon­struk­ti­ve Er­geb­nis­se sorgt.

Heinz- Chris­ti­an Stra­che: Er braucht als Kanz­ler je­man­den, der ihm mit Op­ti­mis­mus zu­ar­bei­tet: zu al­ler­erst passt hier wie­der Strolz. Mit Kurz als Vi­ze sind Macht­kämp­fe vor­pro­gram­miert. Mit Pilz er­gä­be sich ei­ne ex­plo­si­ve Mi­schung.

Mat­thi­as Strolz: Der NE­OS- Chef könn­te als an­ge­neh­mer Ko­ali­tio­när in zwei­ter Po­si­ti­on wahr­schein­lich mit al­len an­de­ren funk­tio­nie­ren. Mit ihm wä­re so­gar ei­ne Drei­er- Ko­ali­ti­on denk­bar, weil er das mitt­le­re La­ger mit dem rech­ten ver­bin­den kann.

Pe­ter Pilz: In ei­ner Ko­ali­ti­on könn­te sich Strolz als Zwei­ter gut ein­brin­gen. Wenn er mit Lu­n­acek ei­ne Ko­ali­ti­on ein­gin­ge, wä­re das Ri­si­ko von Aus­ein­an­der­set­zun­gen ge­ra­de noch ver­kraft­bar. Mit Stra­che wä­ren grö­be­re Dif­fe­ren­zen wahr­schein­lich. Oth­mar Hill und Alex­an­dra Ha­lous­ka

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