Dan­ke Trump, dan­ke Br­ex­it

Kronen Zeitung - - Politik - chris­ti­An. hAu­en­stein@ kro­nen­zei­tung. At

Manch­mal muss et­was ge­sche­hen, da­mit et­was ge­schieht. Das ist ei­gent­lich zu­tiefst mensch­lich, ver­har­ren wir doch nur all­zu ger­ne in Ge­müt­lich­keit. Und weil auch Staa­ten und Staa­ten­bünd­nis­se aus Men - schen be­ste­hen, ver­hält es sich da nicht an­ders. Auch in­ner­halb der EU.

Und so ver­ließ sich die EU – his­to­risch durch­aus be­gründ­bar –, was ih­re Ver­tei­di­gungs­po­li­tik an­lang­te, bis jetzt im We­sent­li­chen auf die USA , die auch in der NA­TO den Ton an­ge­ben. Und das wä­re mög­li­cher­wei­se auch wei­ter­hin so ge­blie­ben, hät­ten die Ame­ri­ka­ner nicht D onal­dTrump zu ih­rem Prä­si­den­ten ge­wählt und die Bri­ten nicht für den Br­ex­it ge­stimmt.

Mit dem Weg­fall der schlag­kräf­tigs­ten Ar­mee Eu­ro­pas und dem nur mehr schwer zu durch­schau­en­den au­ßen­po­li­ti­schen Sch­lin­ger­kurs der USA un­ter D onald Trump wird den Eu­ro­pä­ern aber plötz­lich klar, dass sie auch ver­su­chen müs­sen, si­cher­heits­po­li­tisch auf ei­ge­nen Bei­nen zu ste­hen, die Kräf­te zu bün­deln und sich zu ko­or­di­nie­ren. Wie viel da zu tun ist, zeigt zum Bei­spiel der Um­stand, dass in Eu­ro­pa 178 Waf­fen­sys­te­me zum Ein­satz kom­men, wäh­rend die USA mit nur 30 Sys­te­men ihr Aus­lan­gen fin­den.

„ Es war für uns wich­tig ge- ra­de nach der Wahl des ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten, uns als Eu­ro­pä­er ei­gen­stän­dig auf­zu­stel­len“, gibt die deut­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en denn auch un­um­wun­den zu. D eu­tsch­land war es auch, das die­se neue „ stän­di­ge struk­tu­rier­te Zu­sam­men­ar­beit“, im EU- Jar­gon „ Pes­co“ge­nannt, auf ei­ne mög­lichst brei­te Ba­sis stel­len woll­te, da­mit sie sich nicht zum Spalt­pilz in­ner­halb der EU ent­wi­ckelt. So kann auch Ös­terr eich als neu­tra­les Land im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten mit­ma­chen.

Und noch ei­nes zeigt die Ei­ni­gung von 23 EU- Staa­ten: Eu­ro­pa be­ginnt, sich auch si­cher­heits- und au­ßen­po­li­tisch ernst zu neh­men. Das ist gut so, denn nur wer sich selbst ernst nimmt, wird auch von an­de­ren ernst ge­nom­men.

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