Bub ( 5) von Gü­ter­zug ge­ret­tet

Dra­ma am Bren­ner Ant­ho­ny oh­ne El­tern un­ter­wegs Tri­la­te­ra­le Kon­trol­len

Kronen Zeitung - - Österreich - Mat­thi­as Lass­nig

Ita­lie­ni­sche Bahn­po­li­zis­ten als Le­bens­ret­ter! Die Be­am­ten ent­deck­ten un­ter der Ram­pe ei­nes Gü­ter­zugs vor der Nord­ti­ro­ler Sei­te des Bren­ners ein zit­tern­des Kind. Der Bub aus Sier­ra Leo­ne kam so­fort ins Kran­ken­haus, er­holt sich lang­sam von der trau­ma­ti­schen Fahrt. Von sei­nen El­tern fehlt aber noch je­de Spur . . .

Un­ter­kühlt und stumm vor Schock – so lag ein Kind un­ter der Ram­pe ei­nes Gü­ter­zu­ges, als es auf der ita­lie­ni­schen Sei­te des Bren­ners kurz vor Ös­ter­reich von Be­am­ten der Bahn­po­li­zei auf­ge­fun­den wur­de.

Die Ord­nungs­hü­ter alar­mier­ten am Mon­tag so­fort die Ret­tung, das Kind kam in ein Spi­tal in Bri­xen. Als der Knirps vom Gü­ter­zug wie­der zu sich kam, er­zähl­te er den be­han­deln­den Ärz­ten auf Eng­lisch, dass er Ant­ho­ny hei­ße, fünf Jah­re alt sei und aus dem afri­ka­ni­schen Land Sier­ra Leo­ne stam­me. Wo sei­ne El­tern sind, wis­se er aber nicht. Die Po­li­zei bit­tet da­her nun drin­gend um Hin- wei­se zum Ver­bleib der El­tern. Ver­mut­lich dürf­te Klein Ant­ho­ny mit sei­ner Mut­ter die le­bens­ge­fähr­li­che Über­fahrt ris­kiert ha­ben, denn das Kind hat­te ei­ne Ta­sche voll mit Frau­enu­ten­si­li­en da­bei.

In­des ha­ben sich Ös­ter­reich, Deutsch­land und Ita­li­en auf tri­la­te­ra­le Gü­ter­zug­kon­trol­len auf der ita­lie­ni­schen Sei­te des Bren­ners ver- stän­digt, d. h. Ös­ter­rei­cher, Deut­sche und Ita­lie­ner kon­trol­lie­ren ge­mein­sam. „ Il­le­ga­le Mi­gra­ti­on ist kein Ka­va­liers­de­likt, und wir müs­sen das men­schen­ver­ach­ten­de Ge­schäft der Schlep­per un­ter­bin­den“, so In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang So­bot­ka.

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