12,5 Ta­ge pro Jahr im Kran­ken­stand

„ Fehl­zei­ten­rep ort“: Leich­ter Rück­gang 2016, Re­kord­tief bei Ar­beits­un­fäl­len

Kronen Zeitung - - Erste Seite - Man­fred Schu­mi

Ein ös­ter­rei­chi­scher Ar­beit­neh­mer War 2016 im Schnitt 12,5 Ta­ge im Kran­ken­stand, das ist er­neut ein leich­ter Rück­gang ( 2015: 12,7). Es gibt je­doch noch gro­ße re­gio­na­le, al­ters- und bran­chen­spe­zi­fi­sche Un­ter­schie­de. Bei den Ar­beits­un­fäl­len Wur­de mit 321 je 10.000 Ver­si­cher­ten der tiefs­te Stand seit 1974 er­reicht.

Die Kran­ken­stands­quo­te (= Ver­lust an Jah­res­ar­beits­ta­gen) sank 2016 auf 3,4% ( sie­he Gra­fik). In der Pra­xis wird sie al­ler­dings et­was hö­her lie­gen, weil Kurz­kran­ken­stän­de ( 1– 3 Ta­ge) nicht voll­stän­dig er­fasst wer­den. Sie ma­chen 40% al­ler Fäl­le, aber nur 8,6% der Fehl­zei­ten aus. Auf­fäl­lig ist, dass jün­ge­re Ar­beit­neh­mer ( bis 24) am häu­figs­ten für kur­ze Zeit aus­fal­len. Über 50- Jäh­ri­ge und vor al­lem Ar­beits­lo­se ha­ben die längs­ten Kran- ken­stands­zei­ten, geht aus den Zah­len des Haupt­ver­ban­des der So­zi­al­ver­si­che­run­gen her­vor.

1980 ka­men wir pro Kopf noch auf 17,4 Ta­ge. Für den Rück­gang gibt es laut Wi­foEx­per­ten Tho­mas Leo­ni meh­re­re Grün­de: Es ist we­ni­ger kör­per­li­che Ar­beit und mehr Di­enst­leis­tung ge­fragt, auch die Re­duk­ti­on der Ar­beits­un­fäl­le ( seit 1974 mehr als hal­biert) re­du­zier­te die Kran­ken­stän­de. Er­käl­tun­gen und Grip­pe so­wie Pro­ble­me mit der Wir­bel­säu­le sind mit zu­sam­men 50% die häu­figs­ten Ur­sa­chen für Aus­fäl­le.

Ar­bei­ter ( 15,4 Ta­ge) sind öf­ter krank als An­ge­stell­te ( 10,5 Ta­ge), Frau­en jetzt so­gar öf­ter als Män­ner. Be­am­te ( es gibt nur Zah­len für den Bund) sind um rund 6% öf­ter krank als ASVG- Ver­si­cher­te und ha­ben deut­lich mehr Kurz­kran­ken­stän­de.

Salzburg ist das Bun­des­land mit den ge­rings­ten Fehl­zei­ten ( 10,6 Ta­ge). Am meis­ten gibt es in Nie­der­ös­ter­reich ( 13,6 Ta­ge), ge­folgt von Ober­ös­ter­reich und Wi­en. Ins­ge­samt ver­ur­sa­chen Kran­ken­stän­de di­rek­te Kos­ten von 3,5 Mil­li­ar­den Eu­ro ( Ent­gelt­fort­zah­lung, Kran­ken­geld), die in­di­rek­ten Kos­ten ( Er­satz­ar­beits­kraft usw.) dürf­ten laut Leo­ni noch ein­mal so hoch sein.

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