Pen­si­ons­vor­sor­ge

Kronen Zeitung - - Gericht -

Als­dann,

de Gschicht war a so“, sag­te Herr S. zum Be­zirks­rich­ter. „ I geh un­längst bei an Bett­ler vur­bei, der im­mer in der Fuß­gän­ger­zo­ne sitzt, gib eahm, wia im­mer, an Eu­ro, nimmt se a jün­ge­rer Mensch, der nebn dem Bett­ler gstandn is, des Geld ausn Huat und sagt: , Dank­schön!‘ Sag i: , Wer isn der Herr?‘‘ Sagt der Bett­ler: , Des is mei Sohn. Der wird ein­ge­schult. I er­reich näm­lich mit Jah­res­en­de de Al­ters­gren­zen und setz mi zur Ru­he.‘

Sag i: , So a jun­ger Mensch und wüll scho Al­mo­sen­emp­fän­ger werdn? De Leit werdn sagn, er soll ar­beitn.‘

Sagt der Va­ter: , Se ken­nen sei­ne Be­fun­de net. Er braucht net zum Bun­des­heer, weil er hat an weichn Kopf und kann kan Helm tragn. Au­ßer­dem hat er in rechtn Arm schwä­cher wia in lin­kn, er hat ka Kraft drin, was kann er da ar­beitn? I hab eahm von klan auf mit der rechtn Hand nix hebn lassn, er hats im­mer in Sack habn dürfn, wo­durch sie schwä­cher und schwä­cher wurdn is. Weil ich hab für sei­ne Zu­kunft vor­ge­baut.

Ob ma an Dank hat, wird sich zeign, er hat ma eh Man­derln gmacht, er wollt stu­di­ern, aber i hab eahms zagt, de Stu­den­ten, wias da auf der Erd um­a­dum maln müassn, da­mits a paar Eu­ro kria­gn oder Gi­tarr spüln tans aa, de Stu­den­ten. Da ver­haft eahm ka­ner, er siehts jetzt ein. Bis z Weih­nachtn bin i no da, beim star­kn Gschäft wüll i eahm no net al­lan lassn. Na, was is denn, was is denn, herst? Sag, < Dank­schö, gnä Frau!>, hast denn net ge­sehn, dass de Da­me an Eu­ro gibt? I sag Ih­nas, mit der Höf­lich­keit ha­perts no. Aber da san ma dran. Des wird aa no. Und ganz ehr­lich, er geht ma a no z oft weg, sehn S, er geht scho wie­der, da mu­ass ma no Nach­sicht habn mit eahm, de ers­te Zeit. Aa wann er weg is. Sei Huat is im­mer da, da schau i scho drauf, da kön­nen S Ih­na ver­lassn auf mi. Und nach­schaun kumm i aa manch­mal, i kon­trol­lier eahm scho, da braucht er se gar net z vül freun. Was rennt er denn gar a so? Viel­leicht steigt er wie­der an Mentsch nach, de was eh nix gebn. Ich sag Ih­nen, bes­ten Dank der Herr, de Ju­gend, de Ju­gend, habts Nach­sicht mit eahm, de ers­te Zeit!“

Der Ju­ni­or hat­te we­gen ei­nes na­hen­den Po­li­zis­ten das Wei­te ge­sucht. Der stol­ze Va­ter („ So bled is er gar net!“) hat­te den Po­li­zis­ten wüst be­schimpft und mit ei­ner Krü­cke hef­tig at­ta­ckiert und stand des­halb vor Ge­richt.

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