Po­pu­lis­mus in der Po­li­tik

Kronen Zeitung - - Leserbriefe - Kurt Gärt­ner, Wels

Es be­steht of­fen­sicht­lich ei­ne sprach­li­che Ver­wandt­schaft zwi­schen den Be­grif­fen „ po­pu­lär“und „ po­pu­lis­tisch“& „ Po­pu­lär“heißt: be­liebt oder ge­mein­ver­ständ­lich& So spricht man z& B& von po­pu­lär­wis­sen­schaft­li­chen Bü­chern& „ Po­pu­lis­tisch“heißt: haupt­säch­lich auf die öf­fent­li­che Mei­nung be­dacht zu sein und die Män­gel des Esta­blish­ments auf­zu­zei­gen&

Ein Po­pu­list be­dient sich all­ge­mein­ver­ständ­li­cher Flos­keln, um an­de­re Men­schen zu be­ein­flus­sen und für sich zu ge­win­nen& Da­bei ap­pel­liert er oft an be­stimm­te Ge­füh­le und Vor­ur­tei­le von Men­schen oder möch­te die­se Ge­füh­le und Vor­ur­tei­le bei ih­nen we­cken&

Po­pu­lis­mus be­deu­tet auch, so zu tun, als ob man wüss­te, was für die All­ge­mein­heit am bes­ten sei& Das kommt bei je­nen Men­schen gut an, de­ren Pro­ble­me an­ge­spro­chen wer­den& Da es aber in je­der Ge­sell­schaft sehr vie­le un­ter­schied­li­che In­ter­es­sen gibt, wird na­tür­lich nur ein be­stimm­ter Teil der Ge­sell­schaft an­ge­spro­chen& Kei­ne Par­tei oder Be­we­gung kann al­le In­ter­es­sen der Ge­samt­be­völ­ke­rung ver­tre­ten, da­her gibt es in ei­ner De­mo­kra­tie un­ter­schied­li­che po­li­ti­sche Par­tei­en und Wah­len& Rechts­po­pu­lis­mus ist ei­ne po­li­ti­sche Stra­te­gie, die auf Po­la­ri­sie­rung, das Schü­ren von Ängs­ten und Ab- oder Aus­gren­zung setzt& Aber wer grenzt in Ös­ter­reich wirk­lich aus& Ist es nicht die SPÖ, die seit Jah­ren ei­ne po­li­ti­sche Aus­gren­zung ver­sucht, und weckt nicht die War­nung vor ei­ner schwarz- blau­en Re­gie­rung im In- und Aus­land ver­bor­ge­ne Ängs­te?

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