Lie­bes Va­ter­un­ser,

Kronen Zeitung - - Österreich - micha­el. jean­nee@ kro­nen­zei­tung. at

i bin ja ka­tho­lisch. Net sehr. Aber doch. Wia’s halt bei uns is in Ös­ter­reich. Ich glau­be an ein hö­he­res We­sen. An ei­ne Macht, die uns lei­tet…“

Nicht von mir, son­dern vom Herrn Karl. Könn­te aber von mir sein.

Und schon sind wir beim Auf­re­ger der Wo­che. Bei Dir, dem äl­tes­ten Ge­bet der Chris­ten­heit ( von Je­sus per­sön­lich vor knapp 2000 Jah­ren for­mu­liert), das der ar­gen­ti­ni­sche Papst in Rom nun „ re­for­mie­ren“will.

Dem Pon­ti­fex miss­fällt näm­lich die Zei­le UND FÜH­RE UNS NICHT IN VER­SU­CHUNG.

Er ar­gu­men­tiert, es sei nicht Gott, der uns Men­schen in Ver­su­chung führt, son­dern der Teu­fel, und er­go falsch, den Va­ter im Him­mel dar­um zu bit­ten, uns nicht in Ver­su­chung zu füh­ren.

Für mich ist das pu­re So­phis­te­rei. Bist du doch ei­nes der we­ni­gen Ge­be­te, die hier­zu­lan­de das Gros der Gläu­bi­gen oh­ne zu stot­tern her­un­ter­zu­be­ten im­stan­de ist. Und da neh­me ich mich nicht aus.

Da­her, lie­bes Va­ter­un­ser, lie­ber Va­ter un­ser im Him­mel, ge­hei­ligt wer­de Dein Na­me, Dein Reich kom­me, Dein Wil­le ge­sche­he, wie im Him­mel so auch auf Er­den, un­ser täg­lich Brot gib uns heu­te, und ver­gib uns un­se­re Schuld, wie auch wir ver­ge­ben un­se­ren Schul­di­gern, UND FÜH­RE UNS NICHT IN VER­SU­CHUNG, son­dern er­lö­se uns von dem Bö­sen, denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herr­lich­keit, in Ewig­keit.

Amen.

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