O du ver­rück­te Weih­nachts­zeit

Kronen Zeitung - - Österreich -

Ich lie­be die Weih­nachts­zeit. Und zwar so rich­tig. Ich lie­be es, wenn die Stra­ßen im Lich­ter­glanz er­strah­len, die Christ­kindl­märk­te mit all ih­rem mehr oder we­ni­ger kit­schi­gen Tand und den Duft von Glüh­wein und Punsch, der durch die Standln zieht. Ich lie­be das dunk­le Rot und Grün, die­se war­men Far­ben, die so un­trenn­bar mit Weih­nach­ten ver­bun­den sind. Ich lie­be es, Kek­se zu ba­cken – und mit je­dem Blech den Duft der Kind­heit durch die Woh­nung we­hen zu las­sen.

In der Ad­vent­zeit ver­wand­le ich mei­ne Woh­nung in ein Win­ter­wun­der­land. So­gar der Hund be­kommt sein ei­ge­nes Weih­nachtsHals­band. Und am meis­ten lie­be ich es dann, Fa­mi­lie und Freun­de ein­zu­la­den – weil es dar­um ja ei­gent­lich geht in die­ser ma­gisch schö­nen Zeit, um das Bei­sam­men­sein.

Doch so­gar mir als be­ken­nen­dem Fan kam der Be­ginn der Weih­nachts­zeit im Han­del in die­sem Jahr zu früh. Wenn der gol­de­ne Herbst noch kaum die Er­in­ne­run­gen an den Som­mer ver­blas­sen lässt, will man ei­gent­lich noch nicht dem Weih­nachts­mann in Scho­ko­form Au­ge in Au­ge ge­gen­über­ste­hen. So­lan­ge Punscht­rin­ken bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren nur im TShirt mög­lich ist, kann auch das ge­trost war­ten. Und statt Kek­se zu ba­cken, ha­ben wir doch eben noch den Gril­ler an­ge­zün­det.

Schon ver­rückt, wie sehr die Weih­nachts­zeit künst­lich in die Län­ge ge­zo­gen wird. Da läuft der Zau­ber die­ser Zeit Ge­fahr, sich ab­zu­nut­zen. Ich lie­be sie trotz­dem – halt erst in zwei bis drei Wo­chen.

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