Wo­für brau­chen wir zwei Bun­des­prä­si­den­ten?

Kronen Zeitung - - Leserbriefe - Ste­phan Pes­tit­schek, Strass­hof

Ös­ter­reich hat den welt­weit so ziem­lich best­be­zahl­ten Bun­des­prä­si­den­ten. Ich bin es ihm nicht nei­dig, wenn er für un­ser Land tä­tig ist. Das ist aber lei­der oft nicht der Fall, denn statt un­se­re Hei­mat zu ver­tre­ten, kocht er sein grü­nes po­li­ti­sches Süpp­chen und kri­ti­siert stän­dig die vom Volk ge­wähl­te Re­gie­rung. Ei­gent­lich müss­te er sein Ge­halt von der Eu­ro­päi­schen Uni­on kas­sie­ren, denn er ver­tritt de­ren In­ter­es­sen viel bes­ser als die un­se­res Lan­des.

Dem ist aber nicht ge­nug, wir leis­ten uns dank Herrn Kern ei­nen be­son­de­ren Lu­xus – wir ha­ben ei­nen „ Schat­ten­prä­si­den­ten“, der zwar ei­ner­seits pen­sio­niert ist, aber dem der Steu­er­zah­ler sein Bü­ro, sein Per­so­nal, sei­ne Spe­sen usw. be­zahlt. Al­lei­ne sei­ne Rei­se­spe­sen müs­sen as­tro­no­misch sein, denn er ist übe­r­all, bei den Olym­pi­schen Spie­len, bei der Fuß­ball- WM, in Ame­ri­ka usw.

Als Dank da­für kri­ti­siert er auch nur die Re­gie­rung und schlägt in die glei­che Ker­be wie Herr Van der Bel­len. Mit wel­chem Recht kas­siert Herr Fi­scher prak­tisch ne­ben sei­ner Pen­si­on noch ein fürst­li­ches Ge­halt? Das Ge­halt wird zwar nicht so ge­nannt, ist aber nichts an­de­res, denn wenn sich ein Bür­ger ein Au­to, ei­ne Se­kre­tä­rin, ein Bü-

ro und di­ver­se Rei­se- und sons­ti­ge Spe­sen leis­tet, so hat er das von sei­nem Ein­kom­men zu be­strei­ten und be­kommt es nicht vom Staat ex­tra er­setzt bzw. be­zahlt. Als Dank da­für gibt Herr Fi­scher brav die Mei­nung der SPÖ zu je­der Ak­ti­on der Re­gie­rung dem ORF und an­de­ren Me­di­en be­kannt, die die­se na­tür­lich er­freut ver­brei­ten. Das ist ei­ne ver­steck­te Par­tei­wer­bung.

Über Wahl­kampf­kos­ten wird dis­ku­tiert, aber was ist mit sol­chen Kos­ten? Herr Kern hat schon wäh­rend sei­ner Amts­zeit Wer­be­ein­schal­tun­gen auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler for­ciert. Darü-

ber be­rich­tet nie­mand, denn es wa­ren ja Ein­nah­men aus An­non­cen für di­ver­se Me­di­en, von de­nen man als Dank da­für ei­ne „ freund­li­che Be­richt­er­stat­tung“er­war­ten durf­te. Die­se „ freund­li­che Be­richt­er­stat­tung“er­lebt man täg­lich im ORF und in ei­ni­gen Zei­tun­gen, die sich mit Freu­de auf je­de Kri­tik an der Re­gie­rung stür­zen und da­für bei Be­rich­ten über Straf­ta­ten von Asy­lan­ten etc. sehr zu­rück­hal­tend agie­ren.

Täg­lich wird über die NSZeit be­rich­tet und ein Zu­sam­men­hang mit bür­ger­li­chen Par­tei­en kon­stru­iert. Wie wä­re es mit täg­li­chen

Be­rich­ten über die größ­ten Mas­sen­mör­der der Welt­ge­schich­te, mit Be­rich­ten über Sta­lin, Mao usw. – aber das wa­ren ja So­zia­lis­ten bzw. Kom­mu­nis­ten – da schweigt man lie­ber. Das ist ja auch im Sin­ne un­se­rer bei­den Bun­des­prä­si­den­ten.

Die frü­he­re Dis­kus­si­on über die Ab­schaf­fung des Bun­des­prä­si­den­ten ist üb­ri­gens, seit wir prak­tisch zwei lin­ke Prä­si­den­ten ha­ben, ver­stummt. Ko­misch – oder? Das zeigt aber die po­li­ti­sche Ein­stel­lung vieler Me­di­en, die von un­ab­hän­gi­ger Be­richt­er­stat­tung mei­len­weit ent­fernt sind.

Im­mer wie­der taucht die Dis­kus­si­on dar­über auf, ob wir ei­nen Bun­des­prä­si­den­ten über­haupt brau­chen. Le­ser­brief­schrei­ber Ste­phan Pes­tit­schek meint, wir ha­ben so­gar zwei.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.