Herr K. in Nö­ten

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err An­ton K., der vor ei­nem Su­per­markt auf sei­ne Gat­tin war­te­te, wur­de plötz­lich von ei­nem Un­be­kann­ten am Är­mel ge­packt und zur Re­de ge­stellt.

„ Na end­lich hab i di!“, schrie der Un­be­kann­te. „ Da treibst di um­a­dum, du schia­che Laus? Su­achst wie­der an Weh, dem was d oh­s­ti­ern kannst? Gim­ma auf der Stell de 300 Eu­ro, was du ma schul­dich bist, oder i schlepp di wia a schwe­res Sackl auf de Po­li­zei, du Be­trüa­ger!“

„ San S tep­pert wurdn?“, ant­wor­te­te Herr K. und riss sich los. „ Was wolln S von mir, Se hi­ni­cher Hund? I hab Ih­na no nie im Lebn gsehn! 300 Eu­ro wolln S? Von mir kön­nen S drei Watschn habn, dass S nim­mer wissn, ob S a Mandl oder a Weibl san, Se Depp, Se ble­der!“

„ Mandl oder Weibl!“, rief der Zwei­te und zog ein Fo­to aus sei­ner Rock­ta­sche. „ Des is des Stich­wurt! Wer is denn da drauf auf den Büld? Wer is denn da drauf? A Mandl beim Hei­richn, mit an Wei­berl! Und wer is denn des Mandl? San des net Se? Wolln S es leicht oh­streitn, dass des Se san, mit Ih­nern beh­mischn Pfrnak und den Was­ser­schädl, wo a je­de Wün­schl­ruatn zum Aus­schlagn an­fangt!

I bin der Ober­kell­ner von dem Heu­richn, wo Se mit de­ra Hutschn gsessn san, des hal­be Lo­kal habn S ein­gladn in Ih­nern Rausch, und dann san S oh­g­rissn, mit de­ra Hutschn! A Glück, dass Ih­na a Fo­to­graf oh­büldlt hat und dass ma der Tax­ler gsagt hat, in was für an Be­zirk Se wohn­an!

I suach Ih­na seit drei Wochn wia a Steck­nadl, und wo find i Ih­na? Vur an Gschäft, wos Steck­nadln ver­k­aufn! Zahln S, oder i bring Ih­na ins Kri­minäu, dass S nur mehr von de Hendln tra­man, was S bei mir gfressn habn!“

„ Hörn S, des bin net i!“, rief Herr An­ton K. sehr ver­wirrt. „ I kenn de Frau net, und i kenn net Ih­na! Des mu­ass a Dop- plgän­ger sein auf de­ra Fo­to­gra­fie! I kenn nur a Frau, und des is de mei­ni­che, und wann de jetzt au­ße­kummt und siecht Ih­na mit den Büldl, glaubts ma ka Wurt. Aus dem Grund, Se Wanzn, Se un­ham­li­che, gib i Ih­na jetzt 200 Eu­ro, mehr hab i net, und wann S es net neh­man und stan­te pe­de oh­reißn, kria­gn S gar nix! Dann lass is drauf an­kum­ma, dann stell i mi mei­ner Frau, und dann, Herr! Dann Herr! Dann . . . “„ Dann her da­mit!“, rief der an­de­re, zer­riss das Fo­to und steck­te die an­ge­bo­te­nen 200 Eu­ro ein. Und wur­de gleich dar­auf von zwei Kri­mi­nal­be­am­ten fest­ge­nom­men, weil er ein ge­such­ter Ama­teur­fo­to­graf war, der Män­ner heim­lich auf der Stra­ße fo­to­gra­fiert – de­ren Kopf in er­pres­se­ri­sche Fo­tos ein­ko­piert. Er wur­de zu 10 Mo­na­ten Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt.

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