SO MISST MAN DEN BLUT­DRUCK

Der Blut­druck wird von ver­schie­de­nen Fak­to­ren be­ein­flusst, er kann sich von Schlag zu Schlag än­dern. Stan­dar­di­sier­te Mess­be­din­gun­gen hel­fen, fal­sche Ergebnisse und so­mit Feh­ler in der Be­hand­lung zu ver­mei­den.

Kurier Magazine - Herz - - BLUTHOCHDRUCK MEDICO SPEZIAL - – MAG­DA­LE­NA MEER­GRAF

» Be­vor man mit dem Blut­druck­mes­sen be­ginnt, kom­men be­reits je­de Men­ge un­ge­klär­te Fra­gen auf: Wann ist der idea­le Zeit­punkt? An wel­chem Arm soll ich das Blut­druck­mess­ge­rät an­brin­gen? Und wel­che Blut­druck­wer­te sind über­haupt nor­mal? Die Ant­wor­ten zu ken­nen, ist für ei­nen The­ra­pie­er­folg be­son­ders wich­tig. Ei­ne grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung ist die Ver­wen­dung ei­nes qua­li­täts­ge­prüf­ten Mess­ge­rä­tes. Dann gilt es, im­mer den stan­dar­di­sier­ten Ab­lauf zu be­fol­gen: Zu­erst fünf bis zehn Mi­nu­ten ent­span­nen und mit an­ge­lehn­tem Rü­cken sit­zen. Je­de An­stren­gung soll ver­mie­den wer­den, da der Blut­druck an­sons­ten in die Hö­he ge­trie­ben wird. Da­nach auf­recht hin­set­zen und den Un­ter­arm am Tisch auf­stüt­zen, die­ser darf nicht durch en­ge Klei­dung ein­ge­schnürt wer­den. Für al­te Men­schen wer­den ge­le­gent­li­che Mes­sun­gen im Ste­hen emp­foh­len, be­son­ders, wenn beim Auf­ste­hen Schwin­del­zu­stän­de be­ste­hen. Es soll­ten im­mer zwei Mes­sun­gen im Ab­stand von ei­ner Mi­nu­te er­fol­gen – bei ei­nem be­son­ders gro­ßen Un­ter­schied even­tu­ell ein drit­tes Mal. Der Durch­schnitts­wert gilt dann als ak­tu­el­ler Mess­wert.

MANSCHETTE AN­BRIN­GEN. Die Eu­ro­päi­sche Hoch­druck­ge­sell­schaft emp­fiehlt grund­sätz­lich die Mes­sung am Ober­arm. Die Manschette muss da­bei auf­herz­höhe­an­ge­bracht­wer­den.der un­te­re Rand liegt al­so we­ni­ge Zen­ti­me­ter über der El­len­beu­ge am un­be­klei­de­ten Ober­arm. Die Manschette straff anziehen, den Arm lo­cker­las­sen. Wäh­rend der Mes­sung nicht spre­chen und mög­lichst ent­span­nen. Bei ei­nem Blut­druck­mess­ge­rät fürs Hand­ge­lenk grenzt der un­te­re Rand der Manschette an der Hand­flä­che. Das Ge­rät muss man dann in die Hö­he des Her­zens he­ben – die Hand­flä­che flach in die Ach­sel­höh­le le­gen, Hand und Fin­ger nicht be­we­gen. Ge­ne­rell kann man die Mes­sung so­wohl am lin­ken als auch am rech­ten Arm durch­füh­ren. Idea­ler­wei­se je­doch an dem, wo der Blut­druck nor­ma­ler­wei­se höher ist. Um dies her­aus­zu­fin­den, kon­trol­liert man bei den ers­ten Mes­sun­gen den Blut­druck an bei­den Sei­ten. Fal­len die Wer­te an ei­ner höher aus als an der an­de­ren, misst man zu­künf­tig im­mer an eben die­ser.

WAR­UM ZWEI WER­TE. Bei der Mes­sung des Blut­drucks wer­den stets zwei Wer­te an­ge­ge­ben. War­um? Da­mit das Blut al­le Or­ga­ne und auch die kleins­ten Ka­pil­lar­ge­fä­ße er­reicht, muss es mit ei­nem ge­wis­sen Druck aus dem Her­zen ge­pumpt wer­den. Der sys­to­li­sche Druck gibt an, mit wel­chem ma­xi­ma­len Druck das Herz das Blut in die Ar­te­ri­en pumpt. Da­nach er­schlafft das Herz, die Herz­kam­mern wer­den wie­der mit Blut ge­füllt – der di­as­to­li­sche Wert. Der op­ti­ma­le Blut­druck liegt un­ter 120/80 mm Hg (Maß­ein­heit Mil­li­me­ter Qu­eck­sil­ber­säu­le). Als Grenz­wert, ab dem ei­ne Be- hand­lung er­fol­gen soll­te, gilt der­zeit laut Fach­richt­li­ni­en 140/90 mm Hg, wo­bei sich die­ser Wert auf die Mes­sung beim Arzt be­zieht – zu Hau­se gilt ei­ne Gren­ze von 135/85.

WIE OFT SOLL ICH MES­SEN? Men­schen mit dia­gnos­ti­zier­tem Hoch­druck soll­ten zwei­mal täg­lich mes­sen – idea­ler­wei­se di­rekt am Mor­gen das ers­te Mal, noch vor der Ein­nah­me der Me­di­ka­men­te. Ei­ne Schwan­kung der Mess­wer­te (sie­he Text­kas­ten) und auch ein er­höh­ter Blut­druck ist noch kein Grund, um in Pa­nik ge­ra­ten. In die­sem Fall gilt es, zu­erst die Ta­blet­ten­ein­nah­me zu über­prü­fen, ob ei­ne ver­ges­sen wur­de. Ist dies nicht der Fall, soll­te man ei­ne hal­be St­un­de war­ten und dann noch­mals mes­sen. Bei deut­lich er­höh­tem Wert muss der Arzt oder die Ärz­tin kon­tak­tiert wer­den. Wenn die Mor­gen­wer­te vor der Ta­blet­ten­ein­nah­me re­gel­mä­ßig er­höht sind, be­steht der Ver­dacht, dass die Me­di­ka­ti­on nicht lan­ge ge­nug wirk­sam ist.

Ne­ben der fal­schen An­wen­dung des Ge­räts kön­nen Ner­vo­si­tät und Stress die Wer­te ver­fäl­schen

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