DIE WIS­SEN­SCHAFT HIN­TER DEM BLÄTTERRAUSCHEN

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Der po­si­ti­ve Ef­fekt des Wald­ba­dens hat viel mit den so­ge­nann­ten Ter­penen zu tun. Sie die­nen dem Wald als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel und wer­den als gas­för­mi­ge Sub­stan­zen bzw. äthe­ri­sche Öle von Blät­tern, Na­deln und an­de­ren Pflan­zen­tei­len ab­ge­son­dert. So kann ein von Schäd­lin­gen be­fal­le­ner Baum Si­gnal­stof­fe aus­schi­cken, um die Um­ge­bung zu war­nen. Pflan­zen, die die Bot­schaft ver­ste­hen, kön­nen dar­auf­hin ihr ei­ge­nes Im­mun­sys­tem hoch­fah­ren. Ei­ni­ge die­ser un­zäh­li­gen Ter­pe­ne ste­hen aber auch mit dem Men­schen in Ver­bin­dung.

Ab­wehr­kraft.

Das Wis­sen, dass ge­wis­se Sub­stan­zen z.b. in Form von Aro­ma­the­ra­pi­en gut ein­ge­setzt wer­den kön­nen, ist nicht neu. Was aber lan­ge nicht be­kannt war, ist, dass un­ser Im­mun­sys­tem mit ei­ner si­gni­fi­kan­ten Stei­ge­rung der Ab­wehr­kräf­te re­agiert. Das hat et­wa 2004 das Team rund um Wis­sen­schaft­ler Qing Li, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren an der Nip­pon Me­di­cal School in To­kio ei­ne Rei­he von Stu­di­en da­zu durch­ge­führt hat, fest­ge­stellt. Um her­aus­zu­fin­den, ob die ho­hen Men­gen an Ter­penen im Wald ei­ne ge­sund­heits­för­dern­de Wir­kung ha­ben, wur­den Ver­suchs­per­so­nen in Ho­tels ein­quar­tiert. Was die Pro­ban­den nicht wuss­ten: Mit­hil­fe ei­nes Zer­stäu­bers wur­de in der Nacht bei der Hälf­te der Teil­neh­mer ei­ne mit Ter­penen an­ge­rei­cher­te Luft in die Zim­mer ge­lei­tet. Die be­trof­fe­nen Per­so­nen be­ka­men da­von nichts mit. Je­weils am Abend da­vor und am Mor­gen da­nach wur­de al­len Pro­ban­den Blut ab­ge­nom­men. Und sie­he da: Bei den Per­so­nen, die die nachts Baum-ter­pe­ne ein­ge­at­met hat­ten, zeig­te sich am nächs­ten Tag ei­ne deut­li­che Stei­ge­rung der An­zahl und Ak­ti­vi­tät von na­tür­li­chen Kil­ler­zel­len so­wie ein er­höh­ter Ge­halt von An­ti-krebs-pro­te­inen im Blut auf. Er­staun­lich war auch: Die Ef­fek­te lie­ßen sich nach Ta­gen noch nach­wei­sen.

Tief ein­at­men.

Spa­zier­gän­ger, die sich die Wir­kung der Ter­pe­ne zu­nut­ze ma­chen wol­len, kön­nen das frei­lich ganz­jäh­rig tun. Im Wald ist aber die Kon­zen­tra­ti­on im Som­mer am höchs­ten. Ab April steigt sie an und er­reicht ih­ren Hö­he­punkt im Ju­li und Au­gust. Je tie­fer man in den Wald geht und da­bei in Bo­den­nä­he bleibt, des­to hö­her ist die Dich­te der Ter­pe­ne. Am Wald­rand und in den Wip­feln hin­ge­gen ist die Kon­zen­tra­ti­on nied­ri­ger. Be­son­ders reich­hal­tig ist die Luft bei nass­kal­tem Wet­ter, nach Re­gen und bei Ne­bel. Atem­übun­gen aus dem Yo­ga oder dem Qi Gong kön­nen die Auf­nah­me un­ter­stüt­zen. Schö­ner Ne­ben­ef­fekt: die Ent­span­nung und der See­len­frie­den, die beim Ein­at­men der Wald­luft ein­tritt.

Im Rau­schen ei­nes Ba­ches ge­hen ir­gend­wann auch al­le Ge­dan­ken an den All­tags­stress un­ter.

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