WENN DAS BA­BY PLÖTZ­LICH ZUCKT

Kurier Magazine - Kinder - - Schlafen -

Je­der kennt die­se Si­tua­ti­on. Das Ba­by fin­det end­lich in den Schlaf, plötz­lich schnel­len sei­ne Ärm­chen zur Sei­te, es holt tief Luft und schließt die Ar­me wie­der. Meist be­ginnt es zu wei­nen, an Schlaf ist nicht mehr zu den­ken. Schuld ist der so­ge­nann­te Mo­ro-re­flex: Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gen ge­hen da­von aus, dass sich die Säug­lin­ge un­se­rer Vor­fah­ren bei Ge­fahr an ih­ren Müt­tern fest­klam­mer­ten. Kam es zu ei­ner Flucht, gin­gen die Ba­bys nicht ver­lo­ren. Auch Ein­schlaf­myo­k­lo­ni­en, al­so plötz­li­che Zu­ckun­gen des Kör­pers, kön­nen Ba­bys (und auch Er­wach­se­ne) wie­der aus dem ge­ra­de be­gin­nen­den Schlaf rei­ßen. „Säug­lin­ge kön­nen der Mo­ro-re­flex und Ein­schlaf­myo­k­lo­ni­en so durch­ein­an­der­brin­gen, dass sie kaum zu be­ru­hi­gen sind“, er­klärt Schlaf­coach As­trid St­eindl. „Oft hilft ih­nen, wenn sie ei­ne Be­gren­zung ha­ben, man ih­nen al­so die Ärm­chen am Ober­kör­per ver­schränkt und mit ei­nem Tuch lo­cker ein­schlägt.“ Zeit in der Früh auf­ste­hen, an­nä­hernd zur sel­ben zeit es­sen und auch die ta­ges schläf­chen an­nä­hernd zur sel­ben Zeit zu­ma­chen .“U min die­sen rhyth­mus zu fin­den, emp­fiehlt sie ein so ge­nann­tes Schlaf-wach- pro­to­koll. In die­sem wer­den zu­min­dest über zwei Wo­chen Es­sens-, Schlaf- und Wach­zei­ten ein­ge­tra­gen. Auch Pha­sen, in de­nen das Ba­by be­son­ders quen­gelig ist, wer­den ver­merkt. „Üb­li­cher­wei­se er­gibt sich ein Mus­ter, aus dem die El­tern gut ab­le­sen kön­nen, wo ein Ba­by kei­ne Ak­ti­vi­tä­ten mehr ver­trägt, weil es schon über­mü­det ist“, sagt As­trid St­eindl .„ es er­gibt sich der für das ba­by pas­sen­de Ta­ges­rhyth­mus, der die wich­tigs­te vor­aus­set­zung für die ent­wick­lung der in­ne­ren Uhr ist .“Noch et­was: Der­schlaf-wach-zy­klus­ei­nes Ba­bys ist ei­ne in­di­vi­du­el­le an­ge­le­gen­heit. Man­che säug­lin­ge tun sich leich­ter, schnell in den schlaf zu fin­den, an­de­re be­nö­ti­gen öf­ter Nah­rung in­der Nacht. „Bei Kin­dern spricht man lan­ge nicht von Schlaf­stö­run­gen“, sagt As­trid St­eindl. „Aber das Schla­fen ler­nen er­for­dert auch von den El­tern ei­ne ge­wis­se Be­reit­schaft.“«

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