Wich­ti­ger Me­nin­go­kok­ken B Schutz für Säug­lin­ge

Me­nin­go­kok­ken B Er­kran­kun­gen be­tref­fen haupt­säch­lich Säug­lin­ge und Klein­kin­der und kön­nen bei die­sen zu ei­ner lebensbedrohlichen Hirn­haut­ent­zün­dung oder Blut­ver­gif­tung füh­ren. Durch ih­re schwe­re Er­kenn­bar­keit und die Kon­se­quen­zen ist ein Schutz vor die­ser

Kurier Magazine - Kinder - - Arztbesuch -

Sie­wer­den über Tröpf­chen­in­fek­ti­on ver­brei­tet und ver­ur­sa­chen bei der Mehr­heit der be­trof­fe­nen Men­schen kei­ner­lei Krank­heits­sym­pto­me. In sel­te­nen Fäl­len kön­nen sie je­doch le­bens­be­droh­li­che Er­kran­kun­gen wie Blut­ver­gif­tung (Sep­sis) und Ge­hirn­haut­ent­zün­dung (Me­nin­gi­tis) ver­ur­sa­chen. Trotz al­ler me­di­zi­ni­schen Mög­lich­kei­ten ver­star­ben im letz­ten Jahr 25% der Er­krank­ten – und das, ob­wohl die meis­ten Fäl­le durch ei­ne ein­fa­che Imp­fung ver­hin­dert hät­ten wer­den kön­nen.

Ju­gend­li­che mit en­gem Kon­takt zu Gleich­alt­ri­gen (z.b. Ka­ser­nen, Stu­den­ten­hei­me, Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen) gel­ten als Haupt­über­trä­ger und ha­ben auch ein er­höh­tes Er­kran­kungs­ri­si­ko.

Die schwe­ren Krank­heits­ver­läu­fe kom­men je­doch tra­gi­scher­wei­se be­son­ders bei Säug­lin­gen und Klein­kin­dern vor, da ihr Im­mun­sys­tem noch kei­nen aus­rei­chen­den Schutz bie­tet. Da­her ist es be­son­ders wich­tig, dass El­tern über Sym­pto­me und Ver­lauf Be­scheid wis­sen und im Ver­dachts­fall rasch han­deln.

Ers­te Sym­pto­me wie et­wa Fie­ber, Hals­schmer­zen und Ap­pe­tit­ver­lust sind von harm­lo­sen In­fek­ten kaum zu un­ter­schei­den, kön­nen aber in­ner­halb von 24- 48 Stun­den ei­nen dra­ma­ti­schen Ver­lauf bis hin zum Tod neh­men. Ers­te An­zei­chen ei­ner Blut­ver­gif­tung sind klei­ne punkt­för­mi­ge Haut­fle­cken, wei­te­re Alarm­sym­pto­me sind Na­cken­st­ei­fig­keit und Licht­emp­find­lich­keit. 2

Mitt­ler­wei­le gibt es ver­schie­de­ne Schutz­imp­fun­gen ge­gen Me­nin­go­kok­ken. Da­zu soll­ten El­tern wis­sen: Me­nin­go­kok­ken wer­den in ver­schie­de­ne Se­ro­grup­pen un­ter­teilt, von de­nen die Grup­pen A, B, C, W und Y für den Groß­teil der Er­kran­kun­gen ver­ant­wort­lich sind. In Ös­ter­reich wer­den et­wa zwei Drit­tel der Er­kran­kun­gen von der Se­ro­grup­pe B ver­ur­sacht. 1

Lei­der gibt es kei­ne Imp­fung, die vor al­len Grup­pen zugleich schützt – der­zeit sind Ein­zelimpf­stof­fe ge­gen Me­nin­go­kok­ken B und C so­wie Kom­bi­na­ti­ons­impf­stof­fe ge­gen die Grup­pen ACWY ver­füg­bar.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie auf http://www. me­nin­go­kok­ken- er­kran­kung.at – ei­ne pro­fes­sio­nel­le Impf­be­ra­tung gibt’s beim Kin­der­arzt.

son­dern ste­hen ih­nen nur skep­tisch ge­gen­über. Das er­gab ei­ne El­tern be­fra­gung des karl land st ei­ner in­sti­tuts für­päd­ia­trisc he For­schung und Fort­bil­dung. Schluss­end­lich liegt es an­den El­tern, zu ent­schei­den, ob sie ih­re kin­der imp­fen las­sen möch­ten. Der Ka­len­der des ös­ter­rei­chi­schen impfpl ans gibt ei­nen Über­blick über al­le Emp­feh­lun­gen ( sie­he Gra­fik). Ab­ge­se­hen von sol­chen und an­de­ren Prä­ven­ti­onsm aß nah­men be­schäf­ti­gen El­tern im All­tag auch noch aku­te Krank­heits­fäl­le. Tre­ten Be­schwer­den auf, ist es meist nicht ein Sym­ptom al­lei­ne, wel­ches zum ra­schen Arzt­be­such drän­gen soll­te. Wich­tig ist es da­her, das Kind ge­nau­er zu be­ob­ach­ten: Wenn es quen­gelt, wei­ner­lich ist und sich heiß an­fühlt, stellt sich die Fra­ge, ob sich sein Ver­hal­ten stark ver­än­dert hat oder nicht. Ob es re­gel­mä­ßig trinkt bei­spiels­wei­se oder ob Spie­len wei­ter­hin das Top­the­ma ist.

Fie­ber ist et­wa ei­ne na­tür­li­che Re­ak­ti­on des Im­mun­sys­tems, um Krank­heits­er­re­ger zu be­kämp­fen – be­deu­tet al­so per se noch kei­nen An­lass zur Sor­ge. Haus­mit­tel wie Ho­lun­der­blü­ten- und Lin-

ER­HÖH­TE TEM­PE­RA­TUR.

den­blü­ten­tee kön­nen der stei­gen­den Kör­per­tem­pe­ra­tur ent­ge­gen­wir­ken. Zu­dem sind küh­len­de Wa­den­wi­ckel ei­ne alt­be­währ­te Maß­nah­me, um Fie­ber zu sen­ken. Steigt die tem­pe­ra­tur je­doch auf über 38° C und ist das Kind völ­lig schlapp, soll­te das Fie­ber auch me­di­ka­men­tös ge­senkt wer­den. Je­doch mo­de­rat, da sich die klei­nen Pa­ti­en­ten und Pa­ti­en­tin­nen sonst nicht scho­nen und her­um­tol­len, als ob sie nicht krank wä­ren. Schär­fer be­kämp­fen soll­te man das Fie­ber nur, wenn das Kind frü­her schon ein­mal ei­nen fie­ber krampf hat­te. Fie­ber bei säug­lin­ge­nis tun be­dingt ab­zu­klä­ren, da ein Harn­weg­sin­fekt, ei­ne Me­nin­gi­tis oder Sep­sis aus­ge­schlos­sen wer­den muss. Vie­le ty­pi­sche Kin­der­krank­hei­ten ge­hen zu­dem mit Fie­ber ein­her, so et­wa das Drei-ta­geFie­ber, wo­bei für drei bis fünf ta­ge ho­he Tem­pe­ra­tur be­steht, dann das Ab­fie­bern folgt und ein ty­pi­scher Aus­schlag am ge­sam­ten Kör­per ent­steht. „Grund­sätz­lich gilt, je jün­ge­re in kind ist des­to vor­sich­ti­ger soll­te man sein“, ap­pel­liert Ju­li­aHönzts ch an die El­tern :„ der kind­li­che or­ga­nis­mus lernt mit je­dem in­fekt da­zu, kann al­ler­dings bei Krank­hei­ten nicht im­mer »

aus ei­ge­ner Kraft die Krank­heit über­win­den. Dais­te­s­oft­wich­tig, das­kind zu un­ter­su­chen und die Fie­ber­ur­sa­che fest­zu­stel­len.“Da­nach kann be­spro­chen wer­den, wie man die Selbst­hei­lungs­kräf­te des Kin­des am bes­ten un­ter­stüt­zen kann.

HUS­TEN.

Be­son­ders bei grip­pa­len In­fek­ten ge­sellt sich häu­fig ein Hus­ten da­zu. Dies ist ei­ne Schutz­re­ak­ti­on des Kör­pers, denn es wer­den Fremd­kör­per un­dBron­chi­al schleim her­aus­ge­schleu­dert. Wen nein Hus­ten lang­sam ent­steht und wäh­ren dei­ner Er­käl­tung auf­tritt, muss nicht gleich ei­ne Arzt­pra­xis auf­ge­sucht wer­den. Pflanz­li­ches ch leim­lös er wie bei­spiels­wei­se ka­mil­len tee un­dbron­chi­al- tee aus süß­holz wur­zel oder fen­chel be­ru­hi­gen die Schleim häu­te und ent­schär­fen so die Hus­ten­an­fäl­le. Wird das Hus­ten von ho­hem Fie­ber be­glei­tet und ist das Kind in kei­nem gu­ten All­ge­mein­zu­stand, kann es sich um ei­ne Lun­gen­ent­zün­dung han­deln – der Arzt­be­such ist un­ver­meid­bar.

HALS- UND OHRENSCHMERZEN.

Bei Hals­weh hilft es, Kin­dern Sal­bei­tee zum Gur­geln zu ge­ben. Kommt es zu Ohrenschmerzen, ist erst ein­mal Vor­sicht ge­bo­ten. Hier soll­ten El­tern im­mer ab­klä­ren, ob es sich um ei­ne Mit­tel­ohr­ent­zün­dung han­delt. Tritt der Schmerz be­son­ders akut auf, hilft ei­ne Zwie­bel­pa­ckung, um die Be­schwer­den zu­min­dest für kur­ze Zeit in den Griff zu be­kom­men. Die meis­ten In­fek­te sind je­den­falls vi­ra­ler Na­tur, was be­deu­tet, dass An­ti­bio­ti­ka in die­sen Fäl­len nichts nüt­zen. Ju­liah­öntzschs ch reibt dar­über eben­falls auf ih­remb log :„ an­ti­bio­ti­ka soll­ten ge­zielt ein­ge­setzt wer­den! Sie wir­ken und sind in­di­ziert bei so ge­nann­ten bak­te­ri­el­len In­fek­ten. Bei den vie­len vi­ra­len In­fek­ten, die eben­so häu­fig vor­kom­men, be­wir­ken sie kei­ne Ver­bes­se­rung des Zu­stan­des, son­dern ha­ben so­gar ei­ne nach­tei­li­ge Wir­kung für Ihr Kind.“Al­les, was man bei den meist harm­lo­sen Vi­rus­in­fek­ten tun kann, ist al­so un­ter­stüt­zend zu hel­fen und sich be­son­ders be­hut­sam um die Klei­nen zu küm­mern. «

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