SO WICH­TIG IST DIE ZAHN­PFLE­GE

Kurier Magazine - Kinder - - Zahnpflege - VON MAG­DA­LE­NA MEER­GRAF UND THE­RE­SA GIRARDI

»Z wi­schen­dem fünf­ten und zehn­ten Mo­nat ist es meist so weit: Die ers­ten Zäh­ne zei­gen sich. Be­reits ab die­sem Zeit­punkt brau­chen­diek lei­nen zähn­chen sorg­fäl­ti­ge pfle­ge. N eben­der ge­sun­den Er­näh­rung und dem gründ­li­chen put­zen ist die ärzt­li­che kon­trol­le ein Grund­pfei­ler der prä­ven­ti­ven Maß­nah­men, die El­tern mit ih­ren Kin­dern durch­füh­ren soll­ten. Fal­len sie weg, rächt sich dies oft schon sehr früh. „Manch­mal braucht es schon im Klein­kind al­te rei­ne Kom­plett sa­nie­rung “, schil­dert Ka­rin As­sa­di­an, „weil die Schnei­de­zäh­ne re­gel­recht ab­ge­fault sind.“Die Zahn­ärz­tin hat sich auf die Be­hand­lung von Kin­dern spe­zia­li­siert und sieht oft Pa­ti­en­ten und Pa­ti­en­tin­nen, die ge­ra­de erst zwei Jah­realts­ind. Die­grün­de­da­für sind un­ter­schied­lich.

ER­KLÄ­RUNG S VER­SUCH.

„Schlech­te zäh­ne sind auf schlech­te Ge­wohn­hei­ten zu­rück­zu­füh­ren“, fasst As­sa­di­an zu­sam­men. Oft­mals ist den El­tern nicht be­wusst, dass Ka­ries auch schon Milch­zäh­ne an­greift. Vie­le hal­ten Zäh­ne­put­zen in der Still­zeit schlicht­weg für un- nö­tig. An­de­re wie­der­um ge­ben ih­ren Kin­dern viel zu viel sü­ßes oder ver­zich­ten auf das Fluo­ridind er Zahn­pas­ta. Ei­ne gu­te Zahn­pfle­ge be­ginnt mit dem ers­ten milch­zahn, be­tont die spe­zia­lis­tin :„ Ab dem Mo­ment, an dem die schnei­de zahn kan­te aus dem zahn­fleisch spit­zelt, soll­te man die se­mit ei­ner wei­chen Ba­by­zahn­bürs­te zu- min­dest ein­mal täg­lich rei­ni­gen.“Kin­der­ärz­te und Kin­der­ärz­tin­nen emp­feh­len, erst noch mit Was­ser zu put­zen und–wenn das kind die zahn­pas­ta zu­ver­läs­sig aus­spuckt–au fei­ne Kin­der­zahn­pas­ta um­zu­stei­gen.

KIE­FER ENT­WICK­LUNG.

Die­milch­zäh­ne von An­fang an zu pfle­gen, ist auch des­halb so wich­tig, weil sie den Platz für die blei­ben­den Zäh­ne im Ge­biss frei­hal­ten und so­mit ent­schei­dend für die Kie­fer ent­wick­lung des Kin­des sind. Spä­tes­tens mit zwei Jah­ren soll­ten sich Kin­der des­halb von Schnul­ler und Ba­by­fla­sche ver­ab­schie­den. Das dau­ern­de „Nu­ckeln“kann zur Ver­for­mung des Kie­fers und zu ei­ner schmerz­haf­ten Form von ka­ries füh­ren .„ Meist be­trifft das die El­tern, die glau­ben, ih­re Kin­der wä­ren mit schlech­ten Zäh­nen zur Welt ge­kom­men“, er­klärt As­sa­di­an. „Der wah­re Grund ist das Dau­er­stil­len oder Nu­ckel­nam­fläsch­chen .“Mit Be­ginn des drit­ten »

Die gu­te Mund­hy­gie­ne be­ginnt mit den ers­ten Milch­zäh­nen, denn die Ka­ries greift auch sie an. Mit et­was Trai­ning wird das täg­li­che Zäh­ne­put­zen bald schon zur Rou­ti­ne – und kann so­gar Spaß ma­chen.

Le­bens­jah­res ler­nen die meis­ten Kin­der, ih­re Zäh­ne selbst zu put­zen. Ei­ne gu­te An­lei­tung für die rich­ti­ge Zahn­putz­tech­nik ist das Kai-sys­tem, das in der Gra­fik be­schrie­ben ist. Wich­tig ist, dass el­tern stets mit gu­tem bei­spiel vor­an­ge­hen und nicht nur ge­mein­sam mit den Kin­dern put­zen, son­dern bis in die Volks­schul­zeit auch noch nach­rei­ni­gen. Mit et­was Trai­ning wird das täg­li­che Zäh­ne­put­zen bald schon zur Rou­ti­ne–und kann so­gar Spaß ma­chen .„ sind die el­tern mit vol­lem elan da­bei, so ist das Zäh­ne­put­zen auch für Kin­der kein Pro­blem.“Ne­ben der re­gel­mä­ßi­gen Zahn­rei­ni­gung ist die zahn­ge­sun­de Er­näh­rung ein ent­schei­den­der Baustein der Mund ge­sund­heit. Ei­ne ab­wechs­lungs­rei­che Er­näh­rung ver­sorgt Zäh­ne und das zahn­fleisch des kin­des mit al­len Nähr­stof­fen, die für Auf­bau und Fes­ti­gung der Zäh­ne nö­tig sind. Zum Trin­ken emp­fiehlt die Kin­der­zahn­ärz­tin haupt­säch­lich Was­ser: „Zu­cker­hal­ti­ge so­wie vom ph-wert sehr sau­re Ge­trän­ke sind der Haupt­feind ge­sun­der zäh­ne. Ich se­he das beim ers­ten blick in den kin­der mund .“Zu den Sün­den zählt auch Frucht­zu­cker. Obst­säf­te soll­te man da­her nicht zu je­der Ta­ges­zeit an­bie­ten, son­dern eher zu den Mahl­zei­ten und mög­lichst ver­dünnt trin­ken.

KARIESBAKTERIEN.

Wenn Milch­zäh­ne be­reits Ka­ries ha­ben, be­steht die Ge­fahr, dass Kariesbakterien auf die blei­ben­den Zäh­ne­üb er­tra­gen wer­den. Auf die fra­ge, ob es in sol­chen fäl­le nein Zu­rück zu ei­ner ge­sun­den Zahn­hy­gie­ne gibt, meint As­sa­di­an: „Wenn ei­ne qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Kin­der zahn be­hand­lung statt­fin­det, ja. Oft ist das der Au­gen­blick, an dem El­tern auf­wa­chen und sich in Zu­kunft um­so bes­ser um die zäh­ne ih­res nach­wuch­ses küm­mern .“Die re­gel­mä­ßi­ge Vor­sor­ge un­ter­su­chung wird ab dem zwei­ten Le­bens­jahr emp­foh­len. Spe­zi­el­le Kin­der­zahn arzt­pra­xen sind ge­schult im Um­gang mit klei­nen Pa­ti­en­ten und ge­wöh­nen die­se spie­le­risch an die Si­tua­ti­on. Mit dem Schu­le in tritt be­gin­nen die ers­ten blei­ben­den Zäh­ne zu­wach­sen. In­der re­gel ver­läuft die soh­ne be­ein­träch­ti­gung. Im Ge­gen­teil: Die meis­ten kin­der prä­sen­tie­ren stolz ih­re aus­ge­fal­le­nen Milch­zäh­ne. «

Tipp:

Der G es und heits­ve rein Pro­ges hat es sich zur Auf­ga­be ge­macht, Kin­dern in Kin­der­gär­ten und Volks­schu­len in Ober­ös­ter­reich, Kärn­ten und Wi­en al­les rund um die Mund­ge­sund­heit nä­her­zu­brin­gen. Me­tho­dik und In­halt sind auf das Al­ter an­ge­passt, ge­mein­sam wer­den zum Bei­spiel die Zäh­ne mit Le­bens­mit­tel far­be ein­ge­färbt, um Be­lä­ge und Putz­de­fi­zi­te sicht­bar zu ma­chen. In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al für El­tern soll da­für sor­gen, dass sie bis zum 10. Le­bens­jahr nach­put­zen, da die Fein­mo­to­rik der Klei­nen bis da­hin noch nicht so aus­ge­prägt ist .„ kin­der brau­chen Ri­tua­le, die im­mer wie­der keh­ren. Sie freu­en und ver­las­sen sich dar­auf. Wir möch­ten den Kin­dern und ih­ren El­tern das täg­li­che, oft stres­si­ge Zäh­ne­put­zen in Form von po­si­ti­ven und lus­ti­gen Ri­tua­len nä­her­brin­gen. Zäh­ne­put­zen eta­bliert sich so im ganz nor­ma­len All­tag wie das täg­li­che Es­sen, Spie­len und Ler­nen“, so die Or­ga­ni­sa­to­ren.

Spiel fürs Ta­blet: Durch Putz­be­we­gun­gen be­kämp­fen die Kin­der grü­ne Ka­ries-mons­ter

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