Hell­wach im Bett­chen

Was Ba­bys bei Schlaf­pro­ble­men hilft

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» Es ist ein fried­li­ches Bild. Das Ba­by liegt in sei­ner Wie­ge, die Fäust­chen links und rechts ne­ben dem kopf. Hin und wie­der huscht ein Lä­cheln über sein ge­sicht. Es schläft tief und fest. So se­hen es die El­tern ger­ne – doch beim Schla­fen tau­chen oft Pro­ble­me auf. Es gibt wohl kau mein the­ma, das so­viel dis­ku­tiert wird, ob in in­ter­net fo­ren, in der Still­grup­pe oder auf dem Spiel­platz. Ei­nes gleich vor­weg: Schla­fen kann man auch üben.

KLEI­NER REIFEPROZESS.

Ei­nes der Wor­te, das bei die­sem the­ma am häu­figs­ten zu­hö­ren ist, ist durch schla­fen. „Dass ein Kind liegt, sich die »

gan­ze Nacht nicht be­wegt und nicht auf­wacht, das gibt es nicht“, be­tont As­trid­steindl, die­si­ch­als­zer­ti­fi­zier­ter Schlaf­coach der Me­du­ni Wi­en auf Ba­bys und Kin­der spe­zia­li­siert hat. „Zum nor­ma­len kind­li­chen Schlaf ge­hört das Auf­wa­chen un­d­auf­wei­nen – die El­tern kön­nen aber da­bei hel­fen, den­schlaf­über­ei­ne­co-re­gu­la­ti­on­zu ver­län­gern.“Zwar be­nö­ti­gen Säug­lin­ge we­sent­lich mehr Schlaf, ih­re Schlaf­pha­sen un­ter­schei­den sich aber von de­nen Ju­gend­li­cher oder Er­wach­se­ner. „Sie ha­ben viel mehr REM- und we­ni­ger Tief­schlaf­pha­sen“, fasst St­eindl zu­sam­men. „Die Fä­hig­keit, die­se Schlaf­zy­klen an­ein­an­der zu hän­gen – al­so von ei­ner Pha­se in die nächs­te über­zu­ge­hen –, setzt ei­nen Reifeprozess im Ge­hirn­vor­aus, der­si­cherst­ent­wi­ckeln muss.“

So­wie Er­wach­se­ne auch, wa­chen ba­bys zwi­schen den Schlaf­pha­sen auf. Vie­le fin­den aber selbst nicht in den schlaf zu­rück. Doch das kann ge­übt wer­den. „Gut ist, wenn El­tern das Kind mit ei­ner as­sis­tier­ten Be­glei­tung an das selbst­re­gu­la­ti­ve Ein­schla­fen her­an­füh­ren“, so As­trid St­eindl. „Idea­ler­wei­se nützt man da­für das Vor­mit­tags schläf­chen .“Denn so un­glaub­li­ches auch klingt: Ein gu­ter Nacht­schlaf be­ginnt am Tag.

ZU VIEL AUF EIN­MAL.

Ge­ra­de in un­se­rer schnell­le­bi­gen und mo­bi­len zeit wird ba­by soft zu viel zu­ge­mu­tet .„ In den ers­ten zwölf Mo­na­ten müs­sen sie vie­le um­stel­lun­gen be­wäl­ti­gen, so­dass es bes­ser ist, wenn ich die Welt en­ger hal­te“, er­klärt die Schlaf­ex­per­tin. „Je mehr An­ker­punk­te ein Säug­ling hat, des­to leich­ter tut er sich mit dem schla­fen .“Des­halb eig­net sich das Vor­mit­tags schläf­chen zum Üben­des selbst re­gu­la­ti­ven Ein­schla­fens: Nach­dem Auf­ste­hen, Wi­ckeln und Stil­len folgt ei­ne Be­schäf­ti­gungs pha­se mit dem Säug­ling. Üb­li­cher­wei­se wird er dann schnell wie­der mü­de. Nun kann das selbst­re­gu­la­ti­ve Ein­schla­fen ge­übt wer­den. „Das be­deu­tet, dass ich das Ba­by ein we­nig wie­ge, die Hand auf­le­ge, lei­se sin­ge oder im­mer die­sel­ben wor­te flüs­te­re “, sagt as­trid­steindl.„i ch füh­ree san­den Schlaf her­an – aber in sei­nem Bett­chen.“Auf lan­ge Sicht kann es so ei­gen­stän­dig wie­der ein­schla­fen, wenn es zwi­schen zwei Schlaf­pha­sen wech­selt.

Ein fa­ta­ler Irr­tum ist, zu glau­ben, dass län­ge­re Wach­zei­ten län­ge­re Schlaf­pha­sen be­deu­ten. Genau das Ge­gen­teil ist der Fall. Ba­bys wer­den von Sin­nes ein­drü­cken ge­ra­de­zu über­flu­tet. Ist die reiz­schwel­le über­schrit­ten, führt da soft zu Schrei­at­ta­cken – in so ei­nem Fall ist es schwer mög­lich, es in den Schlaf zu

GEREGELTER AB­LAUF.

wie­gen. Das Her­aus­zö­gern ei­nes Ni­cker­chens bringt bei Säug­lin­gen gar nichts .„ Ein eder wich­tigs­ten Grund­la­gen für ei­nen gu­ten schlaf ist der ta­ges­rhyth­mus “, be­tont St­eindl .„ Das be­deu­tet: an­nä­hernd zur sel­ben »

„Wird das Schläf­chen im­mer an ei­nem an­de­ren Ort ab­ge­hal­ten, hat das Ba­by in der Welt zu we­nig An­ker­punk­te.“Mag. a As­trid St­eindl zer­ti­fi­zier­ter Schlaf­coach der Me­du­ni Wi­en

Zum nor­ma­len kind­li­chen Schlaf ge­hö­ren das Auf­wa­chen und Auf­wei­nen da­zu

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