ÜBER MA­TE­RI­AL UND KOS­TEN

IN­TER­VIEW

Kurier Magazine - Zähne - - Medico Spezial Füllungen -

Amal­gam ist als klas­si­sche Fül­lung in Ver­ruf ge­kom­men. Ist sie tat­säch­lich ge­sund­heit­lich so ge­fähr­lich, wie sie in den Me­di­en dar­ge­stellt wird? Ewald Nie­fer­gall:

Bei Amal­gam han­delt es sich um den am längs­ten und am bes­ten un­ter­such­ten Werk­stoff in der Zahn­heil­kun­de. Be­züg­lich Ver­ar­bei­tung und Halt­bar­keit hat es sich ge­zeigt, dass wir in der Pra­xis Amal­gam­fül­lun­gen über ei­nen sehr lan­gen Zei­t­raum in der Mund­höh­le se­hen und die Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten kei­ner­lei Pro­ble­me ha­ben, wenn die Fül­lung le­ge ar­tis ge­legt und nach­be­ar­bei­tet wor­den ist. Die Pro­ble­ma­tik, war­um das Amal­gam heu­te als nicht mehr zeit­ge­mä­ßes Fül­lungs­ma­te­ri­al an­ge­se­hen wird, liegt ei­ner­seits am in der Fül­lung ent­hal­te­nen Qu­eck­sil­ber und dem ge­ne­rel­len Qu­eck­sil­ber­ver­bot in­ner­halb der EU und da­mit auch ver­bun­den al­ler Werk­stof­fe, die Qu­eck­sil­ber ent­hal­ten, und an­de­rer­seits am Wunsch nach ei­ner mög­lichst zahn­far­be­nen Ver­sor­gung von Fül­lungs­de­fek­ten bzw. me­tall­frei­en Ver­sor­gung der Zäh­ne.

Wo­rin liegt der größ­te Vor­teil?

Der größ­te Vor­teil be­steht in der Lang­zeit­er­fah­rung mit Amal­gam als Zahn­fül­lungs­werk­stoff im Seit­zahn­be­reich.

Wel­che Al­ter­na­ti­ven gibt es zu Amal­gam und wo lie­gen de­ren Vor­zü­ge, aber auch Nach­tei­le?

Amal­ga­mal­ter­na­ti­ven sind z.b. Kom­po­si­te, Glas­jo­no­m­er­ze­men­te und Kom­po­me­re. Die­se Al­ter­na­ti­ven sind me­tall­frei, queck­sil­ber­frei und kön­nen Zahn­sub­stanz-scho­nen­der ver­ar­bei­tet wer­den. Be­züg­lich Lang­zeit­halt­bar­keit wer­den die­se re­la­tiv neu­en Werk­stof­fe noch im Rah­men von zahn­kli­ni­schen uni­ver­si­tä­ren Ein­rich­tun­gen ge­prüft. Die WGKK ver­folgt die Stu­di­en­la­ge lau­fend.

Was be­zahlt die GKK? Und mit wel­chen Kos­ten muss der Pa­ti­ent bei wel­cher Fül­lung rech­nen?

Hier­muss­zwi­schen­front­zahn­be­reich und Sei­ten­zahn­be­reich (ab Zahn 4) un­ter­schie­den­wer­den. Als­ver­trag­li­che Fül­lungs­ma­te­ria­li­en im Sei­ten­zahn­be­reich kom­men al­le Amal­ga­me, Si­li­kat­und St­ein­ze­men­te oder ähn­li­che, die glei­chen Her­stel­lungs­kos­ten ver­ur­sa­chen­de, Ma­te­ria­li­en in Be­tracht. Die­se wer­den von der Ver­trags­zahn­ärz­tin bzw. vom Ver­trags­zahn­arzt di­rekt mit der Kas­se ver­rech­net. Wünscht die Pa­ti­en­t­in­bzw. der­pa­ti­en­t­ei­ne­an­de­re­fül­lung, z.b. Kom­po­si­te­fül­lun­gen in Säu­read­hä­siv­tech­nik, ist die­se kom­plett ge­gen ei­ne Ho­no­rar­no­te di­rekt bei der Zahn­ärz­tin bzw. beim Zahn­arzt zu be­zah­len. Das­ho­no­rar­wird­von­den­ärz­tin­nen­und­ärz­ten­selbst­fest­ge­setzt, als Ori­en­tie­rung gel­ten die au­to­no­men Ho­no­rar­richt­li­ni­en der Zahn­ärz­te- kam­mer. Die Ho­no­rar­no­te kann dann bei der WGKK ein­ge­reicht wer­den. Die WGKK er­setzt dann 80 Pro­zent desa­mal­gam-ta­rifs. Im­front­zahn­be­reich wird von der WGKK ei­ne Kom­po­si­te­fül­lung in Säure­ätz­tech­nik ge­zahlt. Die­se kann von der Ver­trags­zahn­ärz­tin bzw. dem­ver­trags­zahn­arzt di­rekt mit der Kas­se ab­ge­rech­net wer­den. Kom­po­si­te­fül­lun­gen in Schicht­tech­nik sind im­mer Pri­vat­leis­tun­gen, die wie oben bei der WGKK ein­ge­reicht wer­den kön­nen. Es wird wie­der­um 80 Pro­zent des Kas­sen­ta­rifs für die je­wei­li­ge Po­si­ti­on der Fül­lung er­setzt.

Wenn Fül­lun­gen nö­tig sind, ist gu­ter rat oft teu­er. Pri­mar Dr. Ewald Nie­fer­gall, lei­ten­der Zahn­arzt der WGKK, er­klärt im In­ter­view, wel­che Ma­te­ria­li­en ein­ge­setzt wer­den kön­nen und wo­mit die­se zu Bu­che schla­gen.

lei­ten­der Zahn­arzt der WGKK

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