Die Zeit läuft

Ei­ne be­herz­te Ak­ti­on im Sport kann Fol­gen ha­ben, wenn nach ei­nem Sturz oder Schlag ein Zahn Scha­den ge­nom­men hat. Da­mit die Ver­sor­gung beim Zahn­arzt op­ti­mal statt­fin­den kann, müs­sen aber die rich­ti­gen Ers­te-hil­fe-maß­nah­men ge­trof­fen wer­den.

Kurier Magazine - Zähne - - Medico Spezial Erste Hilfe - VON BE­LIN­DA FIE­BI­GER

» Der­blick­war­auf­den­bal­l­und­nicht auf den über­mo­ti­vier­ten Mit­spie­ler ge­rich­tet. Das Er­geb­nis: ein Zu­sam­men­prall und ein aus­ge­schla­ge­ner Schnei­de­zahn. Die­se Lücke­h­in­ter­lässt ei­nen be­son­ders gro­ßen Schock. Kann er nicht mehr ein­ge­setzt wer­den, gibt es aber u.a. die Mög­lich­keit ei­ner Trans­plan­ta­ti­on, bei der meist ein Ba­cken­zahn an die lee­re Stel­le ge­setzt und für vier Wo­chen ge­schient wird. Dann­kan­nermit­kunst­stoff zu ei­nem Schnei­de­zahn um- bzw. auf­ge­baut wer­den. „Die­se Au­to­trans­plan­ta­ti­on ist bei Ju­gend­li­chen Me­tho­de ers­ter Wahl, wenn ein feh­len­der Zahn »

er­setzt wer­den muss“, so Nor­bert Jak­se von der Univ.-kli­nik für Zahn-, Mund- und Kie­fer­heil­kun­de am LKH Graz. Bei jun­gen Pa­ti­en­ten, bei de­nen das Wachs­tum der Zäh­ne nicht ab­ge­schlos­sen ist, stün­den die Er­folgs­chan­cen laut dem Ex­per­ten bei fast ein­hun­dert Pro­zent. Be­son­ders das Her­um­to­ben in der Frei­zeit birgt ein gro­ßes Ge­fah­ren­ri­si­ko. Die Sta­tis­tik zeigt, dass hier­zu­lan­de rund die Hälf­te der Kin­der und Ju­gend­li­chen un­ter 18 Jah­ren ei­nen Un­fall mit Fol­gen für das Ge­biss er­lei­den. Ne­ben Schä­den wie aus­ge­schla­ge­ne oder ab­ge­bro­che­ne Zäh­ne gibt es wel­che, die nicht so of­fen­sicht­lich sind: Zäh­ne­kön­nen­sich lo­ckern oder ver­schie­ben, Tei­le des Ge­bis­ses ab­split­tern oder in den Kie­fer­kno­chen ge­drückt wer­den und der Wur­zel­be­reich be­schä­digt wer­den. Han­delt es sich „nur“um­ei­nen Milch­zahn, de­r­oh­ne­hin­aus­fal­len­wird, muss trotz­dem die La­ge ge­klärt wer­den. So kann der dar­un­ter­lie­gen­de Zahn­keim des blei­ben­den Ge­bis­ses mit­be­trof­fen sein. Ein Zahn­t­rau­ma darf al­so in kei­nem Fall un­ter­schätzt wer­den darf. In man­chen Fäl­len kann ein aus­ge­schla­ge­ner Zahn so­gar wie­der ein­ge­setzt wer­den.

RICH­TIG HAN­DELN. Zu­nächst wird auf ei­nen Un­fall mit den all­ge­mei­nen Ers­te-hil­fe-maß­nah­men re­agiert. Ist das Ge­biss­be­trof­fen, wer­den­all­fäl­li­ge lo­se Zäh­neb­zw. Frag­men­te­aus­dem­mund ent­fernt und der ver­letz­te Be­reich von au­ßen mit Käl­te­kom­pres­sen ge­kühlt. Je nach Un­fall­typ emp­fiehlt die Not- am­bu­lanz der Uni­ver­si­täts­kli­nik Wi­en die­se Maß­nah­men:

– Kei­ne sicht­ba­ren Schä­den Ob ein schein­bar glimpf­lich ver­lau­fe­ner Un­fall für das Ge­biss tat­säch­lich fol­gen­los bleibt, kannnu­r­ein­zahn­arz­te­ruie­ren.

– Ge­lo­ckert oder ver­scho­ben Die be­trof­fe­nen Zäh­ne wer­den mög­lichst nicht­an­ge­grif­fen. Bis­zu­m­arzt­be­such ist es rat­sam, nichts zu es­sen.

– Ab­ge­bro­chen Bruch­stü­cke wer­den zum Zahn­arzt mit­ge­bracht. Manch­mal las­sen sie sich wie­der an­brin­gen. Al­ter­na­tiv las­sen sich Zäh­ne mit ei­ner zahn­far­be­nen Fül­lung, ei­nem Veneer oder ei­ner Kro­ne wie­der­her­stel­len.

– Aus­ge­schla­gen Zeit spielt hier ei­ne gro­ße Rol­le, denn ein her­aus­ge­fal­le­ner Zahn kann wie­der ein­ge­pflanzt wer­den – bis da­hin darf er aber nicht aus-

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